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ASML: Zwischendividende steigt auf 1,88 Euro

Trotz Rekordumsatz und Dividendenerhöhung fällt der ASML-Kurs. Analysten bleiben optimistisch, doch geopolitische Risiken belasten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Zwischendividende steigt auf 1,88 Euro
  • Umsatzprognose für 2026 angehoben
  • Analysten erhöhen Kursziele massiv
  • China-Exportkontrollen als Risikofaktor

ASML liefert Traumzahlen und eine höhere Dividende. Die Aktie fällt trotzdem. Am Freitag schloss das Papier bei 1.528,00 Euro, ein Minus von 2,51 Prozent an einem Tag. Über 30 Tage summiert sich der Rückgang auf 6,29 Prozent.

Das Timing wirkt paradox. Erst die starken Quartalszahlen, dann eine Flut positiver Analystenkommentare, dann eine Dividendenerhöhung. Der Kurs bricht trotzdem ein.

Zwischendividende steigt auf 1,88 Euro

ASML zahlt im August eine Zwischendividende von 1,88 Euro je Aktie. Sie ist Teil der Gesamtausschüttung für 2026. Der Chipausrüster hebt zudem seine Umsatzprognose für 2026 an: Der Konzern erwartet nun 43 bis 45 Milliarden Euro Gesamtumsatz bei einer Bruttomarge zwischen 54 und 56 Prozent.

Im zweiten Quartal erzielte ASML 9,3 Milliarden Euro Umsatz. Die Bruttomarge lag bei 54,0 Prozent, der Nettogewinn bei 2,9 Milliarden Euro. CEO Christophe Fouquet sprach von „extrem starken“ Bestellungen im ersten Halbjahr. Seine Kunden hätten ihre Kapazitätspläne beschleunigt.

Für 2027 plant ASML zudem einen stärkeren Kapazitätsausbau bei Low-NA-EUV-Systemen — ein Signal, dass der Konzern langfristig auf anhaltend hohe Nachfrage setzt.

Wall Street überschlägt sich mit Kurszielen

Die Zahlen lösten eine Welle von Kurszielanhebungen aus. Berenberg hob sein Ziel von 1.570 auf 2.100 Euro an, Morgan Stanley von 1.830 auf 1.930 Euro, Deutsche Bank von 1.800 auf 2.150 Euro.

Auch US-Häuser zogen nach. Argus erhöhte von 1.700 auf 2.100 Dollar, RBC Capital von 2.000 auf 2.100 Dollar. JPMorgan sprang von 2.200 auf 2.400 Dollar, Wells Fargo von 2.200 auf 2.500 Dollar. Citi hob sein Ziel von 1.675 auf 2.200 Euro an.

In Deutschland stufte die LBBW ASML von „Hold“ auf „Buy“ hoch und erhöhte ihr Kursziel von 1.330 auf 1.900 Euro. Einzelne Häuser nannten sogar Ziele von bis zu 2.500 Euro.

Warum der Kurs trotzdem fällt

Die Diskrepanz zwischen euphorischen Analysten und schwachem Kurs beschäftigt Marktbeobachter. Wenn derart gute Nachrichten verkauft werden, bleibt das Timing schwer zu deuten.

Nicht alle Stimmen sind gleich optimistisch. Morningstar-Analyst Javier Correonero warnt, in der Aktie stecke bereits viel Zukunftsfantasie. Das Papier handle beim rund 50-fachen der erwarteten Gewinne — ein Niveau wie zu Corona-Hochzeiten. Eine Bewertung, die eher ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 35 bis 40 rechtfertige, sei angemessener.

China bleibt Unsicherheitsfaktor

Geopolitik lastet weiter auf der Aktie. ASML erwartet für das Gesamtjahr weiterhin einen China-Anteil von rund 20 Prozent am Umsatz. Im zweiten Quartal fiel der Anteil jedoch von 19 Prozent im ersten Quartal auf 14 Prozent. Südkorea war mit 43 Prozent der wichtigste Absatzmarkt.

Die Unsicherheit um Exportkontrollen bleibt bestehen. ASML rechnet mit schärferen Beschränkungen für seine fortschrittlichsten Anlagen. Correonero verweist dabei auf einen paradoxen Effekt aus der Vergangenheit: Frühere Restriktionen lösten teils einen Nachfrageschub aus, weil chinesische Kunden Maschinen vor drohenden neuen Regeln aufkauften.

Charttechnik zeigt Spielraum nach beiden Seiten

Trotz des Rücksetzers bleibt der langfristige Aufwärtstrend intakt. Die Aktie notiert 30,53 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 1.170,60 Euro. Der 14-Tage-RSI von 47,5 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand — nach dem jüngsten Rückgang ein neutrales Bild.

In den kommenden Tagen richtet sich der Blick auf die August-Zahlung der Zwischendividende und mögliche weitere Kurszielanpassungen. Entscheidend dürfte vor allem bleiben, wie sich die Exportkontrollen gegenüber China entwickeln — eine der am genauesten beobachteten Variablen für die nächste größere Kursbewegung.

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Diskussion zu Asml

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.