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ASML: TSMC verschiebt High-NA bis 2029

TSMC verzichtet vorerst auf ASMLs High-NA-EUV-Systeme, setzt auf Packaging. Trotz Kunden-Zurückhaltung legt die Aktie weiter zu.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • TSMC verschiebt High-NA-EUV-Kauf
  • Samsung zögert ebenfalls bei High-NA
  • ASML-Aktie steigt trotzdem weiter
  • Chinesische Konkurrenz nimmt Fahrt auf

Der wichtigste Kunde von ASML bremst bei der teuersten Maschine des niederländischen Ausrüsters. Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) plant laut einem Bericht von Bloomberg bis 2029 keine Anschaffung der neuen „High NA“-EUV-Lithografiesysteme, die pro Einheit mehr als 400 Millionen Dollar kosten. Stattdessen setzt der Chipriese auf fortschrittliches Packaging und vereinfachte Prozessabläufe, um Kosten zu drücken.

Die Nachricht reiht sich in eine Serie von Zurückhaltung bei der teuersten ASML-Technologie ein. Bereits zuvor hatte Samsung Electronics auf einer Konferenz in Korea angekündigt, den kommerziellen Einsatz der High-NA-Maschinen bis zum 1-Nanometer-Prozessknoten zu verschieben, der frühestens um 2030 erwartet wird.

Als Gründe nannte der Konzern hohe Kosten und noch nötige technische Verfeinerungen. Für ASML bedeutet das: Zwei der größten Foundry-Kunden verschieben Investitionen in die profitabelste Produktkategorie auf unbestimmte Zeit.

Kurs zeigt sich von der Zurückhaltung unbeeindruckt

An der Börse hinterließ die Meldung bislang keine sichtbaren Spuren. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 1.607,60 Euro, ein Plus von 2,0 Prozent auf Tagesbasis. Über sieben Handelstage steht ein Zuwachs von 6,6 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich das Papier um 74 Prozent verteuert.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.748,00 Euro trennen die Aktie noch 8,0 Prozent, während sie vom Jahrestief bei 611,70 Euro inzwischen weit über das Doppelte entfernt notiert.

Diese Diskrepanz zwischen zurückhaltenden Kundenankündigungen und robustem Kursverlauf lässt sich mit der breiten Nachfragebasis erklären. Anleger scheinen die Verschiebung einzelner Kunden bei der Spitzentechnologie als Randnotiz zu werten, solange das Kerngeschäft mit etablierten EUV-Systemen intakt bleibt.

Institutionelle Anleger bauen Positionen unterschiedlich um

Die jüngsten Pflichtmitteilungen aus den USA zeichnen ein gemischtes Bild. Nach Angaben aus 13F-Filings für das zweite Quartal 2026 stockten Temasek, Bridgewater, Berkshire Hathaway und PineBridge ihre ASML-Positionen auf.

Gleichzeitig reduzierte Annex Advisory Services seinen Bestand um 42,7 Prozent auf noch 24.688 Aktien im Wert von rund 49,12 Millionen Dollar, während Anderson Hoagland & Co. seine Position um 12,1 Prozent auf 4.470 Aktien verringerte. Auf der Käuferseite baute RDA Financial Network seinen Bestand um 89,9 Prozent auf 3.832 Aktien aus, World Equity Group stieg mit 690 Aktien neu ein.

Konkurrenz aus China nimmt Gestalt an

Neben der Kundenzurückhaltung bei High-NA rückt auch aufkommender Wettbewerb ins Blickfeld. Ein staatlich unterstütztes Unternehmen aus Shanghai hat Berichten zufolge mit der begrenzten Serienfertigung selbst entwickelter Immersions-DUV-Lithografiesysteme begonnen und peilt für 2026 fünf Einheiten an, mit einer Ausweitung auf 20 Einheiten bis 2027. Zusätzlich ist mit Source Foundry ein neuer Rivale aufgetaucht, der mit 500 Millionen Dollar von der Hedgefonds-Gesellschaft Situational Awareness ausgestattet wurde und ASMLs Kernmarkt für Lithografieausrüstung bei fortschrittlichen KI-Chips angreifen will. Beide Vorstöße befinden sich noch in einem frühen Stadium und dürften die Marktposition von ASML kurzfristig kaum gefährden.

Rückkaufprogramm läuft weiter

Unterdessen setzt ASML sein Kapitalrückführungsprogramm fort. Zwischen dem 3. und 7. August erwarb das Unternehmen 266.460 eigene Aktien zu gewichteten Durchschnittspreisen zwischen 1.412,90 und 1.506,07 Euro, was einem Gesamtvolumen von rund 390,7 Millionen Euro entspricht.

Das Programm ist Teil eines auf 12 Milliarden Euro angelegten Rückkaufplans. Zudem zahlte das Unternehmen am 5. August eine Quartalsdividende von 2,1507 Dollar je Aktie an Anteilseigner, die am 28. Juli im Aktienregister eingetragen waren.

Die nächste Gelegenheit, die Auswirkungen der zurückhaltenden Kundenhaltung auf das Geschäft zu bewerten, bietet sich am 14. Oktober, wenn ASML seine Zahlen zum dritten Quartal 2026 vorlegt.

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Diskussion zu ASML Holding

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

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