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ASML: Sammelklage vom 14. November 2024

Trotz einer US-Sammelklage wegen irreführender Aussagen von 2024 bleibt die ASML-Aktie dank KI-getriebener Chip-Nachfrage und angehobener Prognosen auf Rekordkurs.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • US-Sammelklage gegen ASML eingereicht
  • Umsatzprognose für 2026 erneut erhöht
  • Chip-Hersteller investieren massiv in EUV
  • Analysten sehen anhaltende Lithografie-Knappheit

Während die ASML-Aktie einen der stärksten Läufe ihrer Geschichte hinlegt, holt eine Klage aus dem Jahr 2024 das Unternehmen ein. Die Kanzlei Bernstein Litowitz Berger & Grossmann hat am 14. November 2024 beim US-Bezirksgericht für den südlichen Bezirk von New York eine Sammelklage gegen den niederländischen Lithografie-Ausrüster und einzelne Führungskräfte eingereicht.

Der Vorwurf: ASML habe zwischen dem 24. Januar und dem 15. Oktober 2024 Anlegern durch irreführende Aussagen zu Wachstumsaussichten und zur Nachfrage nach EUV- und DUV-Maschinen einen falschen Eindruck vermittelt.

Klage bezieht sich auf Zeitraum vor zwei Jahren

Die Vorwürfe betreffen ausschließlich Kommunikation aus dem Jahr 2024 und stehen damit in deutlichem Kontrast zur aktuellen Geschäftsentwicklung. Seit Ende März ist der Kurs um 22 Prozent gestiegen, getrieben von einer zweiten Anhebung der Umsatzprognose für 2026 auf eine Spanne von 43 bis 45 Milliarden Euro – zuvor hatte das Unternehmen noch 36 bis 40 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Am Freitag schloss die Aktie bei 1.591,60 Euro, ein Minus von 1,0 Prozent zum Vortag, nachdem sie zuvor auf starke Branchensignale reagiert hatte. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 5,5 Prozent zu Buche, und seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 73 Prozent verteuert.

Die juristische Auseinandersetzung dürfte den fundamentalen Rückenwind kaum bremsen. Am Mittwoch vor der Klageeinreichung hatte die Hauptversammlung eine Schlussdividende von 2,70 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 gebilligt, womit sich die Gesamtausschüttung für das Jahr auf 7,50 Euro summiert.

Bereits Anfang August war zudem eine vierteljährliche Zwischendividende von 2,1507 US-Dollar je Aktie an die am 28. Juli registrierten Aktionäre ausgezahlt worden.

Nachfrage aus der Chip-Industrie bleibt robust

Die operative Basis, gegen die sich die Klage richtet, zeigt sich derzeit denkbar stabil. Der taiwanische Auftragsfertiger TSMC meldete für Juli einen Umsatz von 467,58 Milliarden neue Taiwan-Dollar, ein Plus von 44,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr – ein Signal, das Analysten als positives Zeichen für die Nachfrage nach modernster Lithografietechnik werten.

Parallel dazu baut die südkoreanische SK Hynix ihre jährlichen Chip-Investitionen auf ein Rekordniveau von 45 Billionen Won aus, umgerechnet rund 31 Milliarden US-Dollar, um die Produktion von KI-Speicherchips zu erweitern – inklusive zusätzlicher EUV-Maschinen von ASML.

Auch der taiwanische Speicherhersteller Nanya Technology soll laut Medienberichten neuer EUV-Kunde werden, um seine Kapazitäten für fortschrittliche Speicherfertigung auszubauen. Samsung wiederum kündigte an, ASMLs High-NA-EUV-Systeme für seinen 1-Nanometer-Prozessknoten einzusetzen, mit Serienproduktion ab 2030.

Das Unternehmen selbst setzt sein Aktienrückkaufprogramm unvermindert fort: Zwischen dem 3. und 7. August erwarb ASML 266.460 eigene Aktien zu einem gewichteten Durchschnittspreis von rund 1.467,02 Euro, ein Volumen von etwa 390,7 Millionen Euro.

Analysten sehen Engpass bei Lithografie-Technik

Mitte Juli hob RBC Capital das Kursziel für ASML von 1.700 auf 2.000 US-Dollar an und bestätigte die Einstufung „Outperform“. Begründet wird dies mit anhaltender Knappheit bei EUV-Kapazitäten und robuster, KI-getriebener Nachfrage.

Bank of America bekräftigte am selben Tag ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 2.831 US-Dollar und argumentierte, aufkommende Konkurrenten in der Lithografie bestätigten eher die Sonderstellung von ASML als deren Technologievorsprung zu untergraben.

Der nächste wichtige Termin für Anleger ist der 14. Oktober, wenn ASML seine Zahlen für das dritte Quartal 2026 vorlegt. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob die Sammelklage über bloße Rechtskosten hinaus Auswirkungen auf das operative Geschäft hat – oder ob die anhaltend hohe Nachfrage aus der Chipbranche das Thema in den Hintergrund treten lässt.

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Andreas Sommer

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Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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