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ASML: Prognose auf 45 Milliarden Euro

ASML erhöht die Umsatzprognose für 2026 auf bis zu 45 Milliarden Euro und lockt Mitarbeiter mit einer Bindungsprämie.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatzerwartung auf 45 Milliarden Euro angehoben
  • Mitarbeiterbindung mit 20.000 Euro Prämie
  • EUV-Maschinen bis 2027 nahezu ausverkauft
  • China-Risiko trübt positive Aussichten

ASML hat seine Umsatzprognose für 2026 kräftig angehoben. Der niederländische Lithografie-Spezialist rechnet nun mit einem Jahresumsatz von 43 bis 45 Milliarden Euro, nachdem das Unternehmen zuvor eine niedrigere Spanne ausgegeben hatte. Die aktualisierte Prognose wurde Mitte Juli 2026 zusammen mit den Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht, das am 28. Juni 2026 endete. In diesem Quartal erzielte ASML einen Nettogewinn von 2,9 Milliarden Euro.

Parallel zur Anhebung wirbt der Konzern intensiv um sein Personal. Mitarbeitern, die bis 2030 an Bord bleiben, bietet ASML eine Bindungsprämie von 20.000 Euro in Form eines bedingten Aktienzuschusses an, der ab dem 1. Januar 2027 greift. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 44.500 Menschen. Hintergrund ist eine Nachfrage, die die Kapazitäten an ihre Grenzen bringt: Die Lithografieanlagen sind laut Unternehmensangaben bis 2027 nahezu ausverkauft.

Monopolstellung treibt den Auftragsbestand

ASML ist nach eigenen Angaben der einzige Anbieter von EUV- und High-NA-Lithografiesystemen weltweit. Der Auftragsbestand beläuft sich auf umgerechnet rund 45 Milliarden US-Dollar. Für 2026 plant der Konzern die Auslieferung von 60 EUV-Maschinen, 2027 sollen es 80 werden. Ohne Kapazitätserweiterung liegt die Obergrenze bei etwa 90 Systemen pro Jahr, JPMorgan-Analysten halten aber auch bis zu 110 Maschinen jährlich für möglich. Eine einzelne High-NA-Maschine kostet rund 400 Millionen US-Dollar und benötigt etwa ein Jahr Bauzeit. Zentrale Zulieferer sind Zeiss für die Optik und Trumpf für die Laserkomponenten.

Für 2030 hat ASML ein Umsatzziel von 44 bis 60 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 56 bis 60 Prozent ausgegeben. Die Investitionen in EUV-Technologie sollen zwischen 2025 und 2030 im zweistelligen Prozentbereich pro Jahr wachsen. Ein zusätzlicher Wachstumstreiber sind Speicherchip-Hersteller, die zunehmend auf EUV-Technik umsteigen: Speicherbezogene Verkäufe machen inzwischen bis zu 51 Prozent der Verkäufe neuer Maschinen aus.

China-Risiko bremst die Euphorie

Ganz ungetrübt ist das Bild dennoch nicht. Im ersten Quartal 2026 hatte ASML mit 8,8 Milliarden Euro Umsatz die Konsensschätzung von 8,5 Milliarden Euro zwar übertroffen und einen Nettogewinn von 2,8 Milliarden Euro ausgewiesen. Die Aktie brach im Anschluss dennoch um 6 Prozent ein, weil das Management den erwarteten China-Anteil am Jahresumsatz 2026 von zuvor über 40 Prozent auf rund 20 Prozent zurücknahm. Nach Berichten von Reuters könnte der sogenannte MATCH Act die China-Geschäfte des Konzerns zusätzlich einschränken.

An der Börse hat sich die Stimmung inzwischen wieder gedreht. Die Aktie notiert aktuell bei 1.554,80 Euro und legt im Tagesverlauf um 1,78 Prozent zu. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 1.748,00 Euro fehlen dem Papier damit noch gut 11 Prozent.

Analysten uneins über die Bewertung

Wie teuer ASML tatsächlich ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Auf Basis der erwarteten Gewinne wird die Aktie mit dem rund 45-Fachen bewertet, gemessen am aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis mit dem 54,9-Fachen – gegenüber einem Branchendurchschnitt von 45,8 und einem Vergleichswert von Wettbewerbern von 66,3. Ein geschätztes faires KGV von 71,1 würde für eine Unterbewertung sprechen. Optimisten sehen das Papier um 17 Prozent unterbewertet, Pessimisten halten es dagegen für bis zu 52 Prozent überteuert.

Auch bei den Kurszielen der Analysehäuser zeigt sich keine Einigkeit. Bernstein taxiert die Aktie auf 2.623 US-Dollar, Barclays nennt ein Ziel von 2.400 Euro, Susquehanna liegt mit 2.350 Euro nur wenig darunter. Als zusätzlichen möglichen Wachstumshebel wird die geplante Terafab-Anlage von Elon Musk in Texas gehandelt, die ASML perspektivisch als neue Umsatzquelle dienen könnte. Ob der Konzern seinen Weg in Richtung einer Marktbewertung von einer Billion Dollar tatsächlich fortsetzt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie sich das China-Geschäft und die Nachfrage der Chiphersteller in den kommenden Quartalen entwickeln.

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Diskussion zu Asml

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.