Über 600 Milliarden Dollar wollen Microsofts, Metas, Amazons und Googles in diesem Jahr in KI-Infrastruktur investieren — und fast alle diese Pläne hängen an einem einzigen Unternehmen. Trotzdem verlor die ASML-Aktie am Dienstag rund 4,5 Prozent. Der Grund liegt in Washington.
Exportkontrolle als zentrales Druckventil
Seit Anfang April liegt der sogenannte MATCH Act im US-Kongress. Das parteiübergreifend eingebrachte Gesetz würde ASML verbieten, seine DUV-Immersionsanlagen — die leistungsfähigste Technologie unterhalb der EUV-Systeme — an chinesische Konzerne wie SMIC, Huawei oder YMTC zu verkaufen oder zu warten. Analysten schätzen, dass DUV-Immersionstools rund 10 bis 15 Prozent des ASML-Umsatzes ausmachen, wobei China etwa die Hälfte dieses Segments abnimmt. Im Ernstfall könnte das Gesetz den Gesamtumsatz um 7 bis 10 Prozent belasten.
Das Timing ist heikel. China-Verkäufe sind bereits auf dem Rückzug: Im ersten Quartal 2026 entfielen nur noch 19 Prozent des Systemumsatzes auf China, nach 36 Prozent im Vorquartal. ASMLs eigene Jahresprognose von rund 20 Prozent China-Anteil stammt noch aus der Zeit vor dem MATCH Act. Der Gesetzentwurf muss beide Kammern des Kongresses passieren und vom Präsidenten unterzeichnet werden — er ist also noch kein geltendes Recht.
Management bleibt gelassen, Analysten auch
Auf der Hauptversammlung am 22. April versuchte CFO Roger Dassen zu beruhigen: „Sollte es aus welchem Grund auch immer weitere Einschränkungen für einen Teil der Welt geben, bleibt der Kapazitätsbedarf bestehen — gerade in einem Markt, der derzeit durch Unterversorgung geprägt ist.“ CEO Christophe Fouquet verwies auf Investitionen in Produktionskapazitäten, um Engpässe wie zu Beginn des Jahrzehnts zu vermeiden.
Die Analysten ziehen mit. Bernstein bestätigte am 23. April sein Kaufvotum, Wells Fargo bekräftigte seine Übergewichten-Einstufung mit einem Kursziel von 1.750 Dollar. Beide Häuser sehen die strukturelle KI-Nachfrage als dominierenden Treiber.
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Aktie bleibt langfristig stark, kurzfristig nervös
Mit einem Kurs von 1.172 Euro notiert die Aktie rund 9 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom Februar, liegt aber noch immer fast 21 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Auf Jahressicht hat sich der Kurs nahezu verdoppelt — ein Beleg dafür, wie stark der Markt die strukturelle KI-Story bewertet.
Parallel läuft das laufende Aktienrückkaufprogramm. In der Woche vom 20. bis 24. April kaufte ASML gut 64.000 eigene Aktien für knapp 80 Millionen Euro zurück. Das im Januar 2026 angekündigte Programm umfasst bis zu 12 Milliarden Euro für den Zeitraum 2026 bis 2028. Kumuliert hat das Unternehmen bis Ende des ersten Quartals rund 45 Milliarden Euro an Dividenden und Rückkäufen an Aktionäre zurückgeführt.
Wie stark der MATCH Act ASML tatsächlich trifft, entscheidet sich in den kommenden Monaten im US-Gesetzgebungsprozess — und dürfte die Kursdynamik bis weit ins zweite Halbjahr 2026 prägen.
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