Zwei Tage vor den Quartalszahlen wird ASML nervös gehandelt. Die Aktie fällt am Montag um 1,85 Prozent auf 1.545,00 Euro. Institutionelle Anleger bauen ihre Positionen vor dem Bericht am Mittwoch, 15. Juli, sichtbar ab.
Der Kurs hat in den vergangenen sieben Handelstagen 3,22 Prozent verloren, auf Monatssicht sind es 4,32 Prozent. Von der Rekordmarke bei 1.748,00 Euro, erreicht am 30. Juni, trennen ASML nun rund 11,6 Prozent. Der langfristige Trend bleibt intakt: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 56,33 Prozent, das 52-Wochen-Tief bei 593,60 Euro liegt weit über 160 Prozent zurück.
Warum institutionelle Anleger vorsichtiger werden
Aktuelle Pflichtmeldungen zeigen: Einige Fondsgesellschaften wie Carnegie Investment Counsel haben ihre ASML-Positionen im ersten Quartal 2026 reduziert. Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt derzeit bei rund 60 – ein Niveau, das wenig Spielraum für Enttäuschungen lässt.
Technisch zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Aktie notiert noch 4,04 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 1.484,95 Euro, gleichzeitig aber über 32 Prozent über der 200-Tage-Linie. Ein RSI von 48,8 signalisiert weder Überkauf noch Ausverkauf. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 63 Prozent macht deutlich: Der Markt ist unschlüssig, wohin die Reise vor dem Zahlenwerk geht.
Die Erwartungen an den Bericht
Für das zweite Quartal 2026 hat ASML eine Umsatzprognose von 8,4 bis 9 Milliarden Euro ausgegeben. Analysten fragen sich, ob der Konzern die Jahresziele nach oben anpasst. Rückenwind liefert SK Hynix: Der Speicherchip-Hersteller hat jüngst 7,8 Milliarden US-Dollar in ASML-Systeme für die EUV-Lithografie investiert, um seine Kapazitäten im Bereich High-Bandwidth-Memory auszubauen.
Ein zentrales Thema am Mittwoch wird die High-NA-EUV-Technologie sein. Diese Anlagen kosten pro Stück zwischen 380 und 400 Millionen US-Dollar. Das Management hat angekündigt, dass die ersten damit produzierten Chips in den kommenden Monaten fertig sein sollen.
Aktienrückkauf als Stabilitätsanker
Parallel zur Berichtssaison läuft ein Rückkaufprogramm über 12 Milliarden Euro, das bis 2028 reicht. Ende Juni und Anfang Juli kaufte ASML eigene Aktien zu gewichteten Durchschnittspreisen zwischen 1.587,15 und 1.696,17 Euro zurück.
Der Großteil der erworbenen Aktien wird eingezogen. Das senkt die Aktienzahl und stützt langfristig den Gewinn pro Aktie. Diese strukturelle Nachfrage wirkt wie ein Puffer gegen Kursrückgänge – selbst wenn der Markt weiter diskutiert, ob die aktuelle Bewertung die Nachfrage durch den KI-Boom bei Logik- und Speicherchips schon vollständig einpreist.
Am Mittwoch zeigt sich, ob die Prognosen zum Umsatz und der Fortschritt bei High-NA-EUV die aktuelle Skepsis der Anleger rechtfertigen oder zerstreuen.
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