Teure Zukunftstechnik, späterer Einsatz, nervöse Kurse: ASML bekam in dieser Woche einen Vorgeschmack darauf, wie sensibel der Markt auf jede Nachricht zur nächsten EUV-Generation reagiert. TSMC will die modernsten High-NA-EUV-Anlagen erst ab 2029 einsetzen. Für ASML ist das ein Dämpfer, aber kein Bruch der Investmentstory.
TSMC schiebt High-NA hinaus
Der weltgrößte Auftragsfertiger verweist auf zwei Punkte: hohe Kosten und überraschend viel Spielraum bei der aktuellen EUV-Technik. Eine High-NA-EUV-Anlage von ASML kostet mehr als 350 Millionen Euro. TSMC sieht seine bestehende Ausrüstung offenbar noch stark genug, um die nächste Skalierungsstufe zu erreichen.
Kevin Zhang, stellvertretender Co-COO von TSMC, bezeichnete die eigene Forschung und Entwicklung als „außergewöhnlich effektiv“. Gemeint ist: TSMC kann die heutigen EUV-Systeme weiter ausreizen, ohne sofort auf die teuerste ASML-Generation umzusteigen.
Das passt zur erweiterten Roadmap des Konzerns. TSMC plant mehrere Varianten im Bereich von 1 bis 2 Nanometern, darunter A12 und A13. Diese Knoten sollen in den Jahren 2028 bis 2029 relevant werden.
Kursrutsch, dann schnelle Erholung
Die erste Reaktion fiel klar aus. Die ASML-Aktie verlor am 12. Mai 4,5 Prozent und schloss in New York bei 1.520,94 Dollar. Einen Tag zuvor hatte das Papier bereits 1,65 Prozent abgegeben.
Am Folgetag drehte die Stimmung jedoch rasch. ASML legte 3,06 Prozent zu und schlug damit den Technologiesektor, der um 1,76 Prozent stieg. Hilfreich war eine positive Analystenstimme einer großen Investmentbank, die ihr Kursziel anhob und ihre Kaufempfehlung beibehielt.
Auch in Euro zeigt der Chart weiter Stärke. Am Mittwoch schloss die Aktie bei 1.350,20 Euro und damit auf ihrem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresanfang steht ein Plus von 36,62 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sind es 96,31 Prozent.
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Low-NA bleibt der Stabilisator
Der entscheidende Punkt: TSMCs Verschiebung trifft vor allem das Timing der High-NA-Nachfrage. Sie bedeutet nicht automatisch, dass die EUV-Nachfrage insgesamt schwächelt. Bernstein-Analysten werteten den Schritt nicht als Überraschung, weil TSMC schon früher signalisiert hatte, High-NA nicht für den A14-Knoten zu nutzen.
Für ASML bleibt die aktuelle Low-NA-EUV-Generation damit zentral. CFO Roger Dassen peilt für 2026 mindestens 60 Low-NA-Systeme an. Im Folgejahr soll die Zahl auf rund 80 steigen.
Diese Basis ist wichtig, weil ASML High-NA für die Hochvolumenproduktion in den Jahren 2027 und 2028 vorgesehen hat. Bis 2030 zielt der Konzern auf einen Umsatz von bis zu 60 Milliarden Euro. Der Markt prüft nun genauer, ob andere große Kunden High-NA früher abnehmen als TSMC.
Ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor sind Exportkontrollen. Geplante US-Regeln könnten Verkauf und Wartung von DUV-Anlagen für China weiter begrenzen. Der Anteil Chinas an den Netto-Systemverkäufen sank bereits von 36 Prozent im vierten Quartal 2025 auf 19 Prozent im ersten Quartal 2026.
Fundamental bleibt ASML solide unterwegs. Im ersten Quartal erzielte der Konzern 8,8 Milliarden Euro Nettoumsatz, bei einer Bruttomarge von 53,0 Prozent. Der Nettogewinn lag bei 2,8 Milliarden Euro.
Für das Gesamtjahr erwartet ASML einen Nettoumsatz zwischen 36 und 40 Milliarden Euro. Die Bruttomarge soll zwischen 51 und 53 Prozent liegen. Im Juli folgt der nächste Quartalsbericht; dann rücken vor allem Auftragseingang und Hinweise auf das Bestellverhalten anderer Chipproduzenten in den Mittelpunkt.
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