Eine Traumwoche für ASML-Aktionäre war es nicht ganz. Rekordquartal, Hauptversammlung, Dividendenerhöhung — und dann die Nachricht, dass der wichtigste Kunde die teuersten Maschinen der Welt vorerst nicht braucht.
Quartalszahlen übertreffen Erwartungen deutlich
ASML startete die Woche mit starken Zahlen. Im ersten Quartal 2026 erzielte der niederländische Halbleitermaschinenhersteller einen Nettoumsatz von 8,8 Milliarden Euro — rund 300 Millionen Euro mehr als Analysten erwartet hatten. Der Nettogewinn kletterte auf 2,8 Milliarden Euro, ebenfalls deutlich über den Konsensschätzungen. Die Bruttomarge lag bei 53 Prozent.
Für das Gesamtjahr hebt ASML die Prognose an: Der Umsatz soll zwischen 36 und 40 Milliarden Euro landen, was am Mittelpunkt einem Wachstum von rund 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Bruttomarge soll zwischen 51 und 53 Prozent liegen.
Auffällig war die geografische Verschiebung. Südkorea machte im Quartal 45 Prozent des Systemumsatzes aus, während Chinas Anteil von 36 Prozent im Vorquartal auf 19 Prozent sank. EUV-Systeme — die hochpreisigen Flaggschiff-Maschinen — stellten 66 Prozent des Systemumsatzes, nach 48 Prozent im Vorquartal.
Hauptversammlung beschließt Dividende und Rückkaufprogramm
Auf der Hauptversammlung am 22. April stimmten die Aktionäre der Gesamtdividende für 2025 von 7,50 Euro je Aktie zu — ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Schlussdividende von 2,70 Euro je Aktie wurde am 24. April ex-Dividende gehandelt.
Hinzu kommt ein milliardenschweres Rückkaufprogramm: Bis 2028 plant ASML Aktienrückkäufe im Volumen von 12 Milliarden Euro. Allein im ersten Quartal wurden bereits 1,1 Milliarden Euro zurückgekauft. Die Hauptversammlung ermächtigte den Vorstand außerdem, bis zu 10 Prozent des ausgegebenen Kapitals zurückzuerwerben.
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TSMC schiebt High-NA EUV auf — Anleger reagieren nervös
Der schärfste Kursimpuls der Woche kam nicht aus Eindhoven, sondern aus Taiwan. TSMC gab bekannt, die neueste Generation der ASML-Lithografiemaschinen — sogenannte High-NA-EUV-Systeme — bis mindestens 2029 nicht in der Massenproduktion einzusetzen. Jede dieser Maschinen kostet über 350 Millionen Euro. ASML hatte mit einer großflächigen Einführung zwischen 2027 und 2028 gerechnet.
Die Aktie verlor daraufhin 3,3 Prozent an einem einzigen Handelstag. Gemessen an den bereitgestellten Kursdaten schloss sie die Woche dennoch mit einem Wochenplus von rund einem Prozent bei 1.240,80 Euro — gut 4 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.
Analysten von Bernstein zeigten sich wenig überrascht. TSMC hatte bereits im vergangenen Jahr signalisiert, High-NA EUV nicht für seinen A14-Prozessknoten zu nutzen. Die Basiserwartung sei ohnehin stets gewesen, dass die Technologie erst um 2030 beim A10-Knoten zum Einsatz kommt. Bernstein formulierte es pointiert: Eine langsamere High-NA-Adoption sei für ASML möglicherweise sogar neutral bis positiv. UBS und Citi verweisen auf ASMLs Monopolstellung in der Hochleistungslithografie und erwarten, dass High-NA EUV bis Ende des Jahrzehnts 15 bis 20 Prozent des Lithografieumsatzes ausmachen könnte.
Ein wichtiger Gegenposten: Intel plant, High-NA EUV ab 2027 für seinen 14A-Prozessknoten einzusetzen — und liefert damit einen alternativen Nachfragepfad für die kommenden Jahre.
Nachfragesignale bleiben robust
Unabhängig vom High-NA-Gegenwind zeigt die Auftragslage keine Schwäche. Speicherchiphersteller melden ausgebuchte Kapazitäten für das laufende Jahr, Logikchipkunden bauen parallel Kapazitäten für mehrere Produktionsknoten aus. CEO Christophe Fouquet sprach von einem weiterhin „sehr starken“ Auftragseingang — konkrete Zahlen veröffentlichte ASML erstmals nicht mehr.
Langfristig hält der Vorstand an seinen Ambitionen fest: Für 2030 sieht ASML ein Umsatzpotenzial zwischen 44 und 60 Milliarden Euro, bei Bruttomargen von 56 bis 60 Prozent. Ob TSMC bis dahin auf High-NA EUV setzt, dürfte maßgeblich bestimmen, wo in dieser Spanne ASML tatsächlich landet.
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