Rekordgewinne, massive Aktienrückkäufe und eine prall gefüllte Kasse treffen auf eine historisch hohe Bewertung. Bei ASML debattiert der Markt aktuell, wie viel Zukunft bereits im Kurs eingepreist ist. Das Management liefert derweil harte Fakten und stützt die Aktie mit einem milliardenschweren Kapitalrückflussprogramm.
Milliarden für eigene Aktien
Das bis 2028 angelegte Aktienrückkaufprogramm läuft auf Hochtouren. Allein im ersten Quartal erwarb der niederländische Ausrüster eigene Papiere im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro. Laut einer aktuellen Pressemitteilung hielt das Tempo auch Mitte April an, als ASML innerhalb weniger Tage weitere knapp 67.000 Aktien vom Markt nahm.
Die finanzielle Basis dafür liefert ein starkes operatives Geschäft. Im abgelaufenen Quartal erwirtschaftete der Konzern bei einem Umsatz von 8,8 Milliarden Euro einen Nettogewinn von 2,8 Milliarden Euro. Aktionäre profitieren davon zusätzlich durch eine zur Hauptversammlung vorgeschlagene Dividendenerhöhung um 17 Prozent.
Technologischer Vorsprung trifft auf Exportrisiken
Langfristig ruhen die Hoffnungen auf der nächsten Maschinengeneration. Während die etablierten Low-NA-Systeme aktuell das Tagesgeschäft dominieren, verkaufte ASML im ersten Quartal erst zwei der hochmodernen High-NA-EUV-Anlagen. Da Chipfertiger diese Maschinen für die nächste Generation von Halbleitern zwingend benötigen, sichert sich das Unternehmen eine jahrelange Wachstumsperspektive.
Parallel dazu wirft das China-Geschäft Schatten auf die Bilanz. Der Umsatzanteil im Reich der Mitte fiel im ersten Quartal auf 19 Prozent, nachdem er Ende des Vorjahres noch fast doppelt so hoch lag. US-Gesetzgeber drängen auf schärfere Exportbeschränkungen für ältere DUV-Anlagen. Analysten von Goldman Sachs gehen allerdings davon aus, dass die aktuelle Unternehmensprognose diese geopolitischen Risiken bereits abbildet.
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Analysten heben Kursziele an
Trotz der soliden Fundamentaldaten rückt die Bewertung zunehmend in den Fokus. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 39 notiert die Aktie spürbar über ihrem historischen Zehnjahresmedian. Seit Jahresbeginn hat das Papier um gut 26 Prozent zugelegt und pendelt aktuell bei 1.248,20 Euro.
Damit trennt den Kurs nur noch ein einstelliger prozentualer Abstand vom bisherigen Rekordhoch. Mehrere Investmentbanken sehen weiteres Aufwärtspotenzial und verweisen auf die anhaltend hohe Nachfrage durch den KI-Boom. Folgende Kursziele wurden nach den Quartalszahlen neu ausgegeben:
- Goldman Sachs: 1.570 Euro (Kaufempfehlung bestätigt)
- Deutsche Bank: 1.600 Euro (Kaufempfehlung bestätigt)
- RBC Capital: 1.700 Euro (verweist auf starke EUV-Nachfrage)
Ein wesentlicher Treiber für diese Zuversicht bleibt der Speichermarkt. Laut Branchenbeobachtern haben Kunden bereits nahezu die gesamte verfügbare Produktionskapazität für Speicherchips im Jahr 2026 reserviert. Solange die Nachfrage aus dem KI-Sektor dieses Niveau hält, zieht das laufende Rückkaufprogramm einen strukturellen Boden in die aktuell anspruchsvolle Bewertung ein.
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