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ASML: Chinas DUV-Start verunsichert Anleger

Trotz angehobener Jahresprognose verliert die ASML-Aktie binnen einer Woche über acht Prozent. Chinas Serienproduktion von DUV-Systemen und Gewinnmitnahmen sorgen für Verunsicherung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • China startet DUV-Serienproduktion
  • Prognoseanhebung löst Gewinnmitnahmen aus
  • Intel nutzt High-NA-EUV-Technologie
  • Aktie 18,7 Prozent unter Rekordhoch

ASML hat gerade erst die eigene Jahresprognose deutlich angehoben. Trotzdem verliert die Aktie binnen einer Woche mehr als acht Prozent. Der Grund liegt nicht in schlechten Zahlen, sondern in einer Meldung aus Shanghai.

Ein staatlich unterstützter chinesischer Hersteller hat die begrenzte Serienproduktion eigener Immersions-DUV-Lithografiemaschinen gestartet. Diese Systeme arbeiten mit Tauchbelichtung im tiefen Ultraviolettbereich und gelten technisch als mehrere Generationen hinter ASML zurück. Für die Börse reichte die Nachricht trotzdem, um Zweifel an Chinas langfristiger Abhängigkeit vom niederländischen Marktführer zu wecken. China steuert nach aktuellen Planungen rund 20 Prozent zum für 2026 erwarteten ASML-Umsatz bei.

Sell-the-news nach der Prognoseanhebung

Der eigentliche Auslöser der Kurskorrektur liegt jedoch weiter zurück. Mitte Juli hatte ASML die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 von zuvor 36 bis 40 Milliarden Euro auf 43 bis 45 Milliarden Euro angehoben. Die Reaktion der Anleger fiel gegenteilig aus: Statt zu kaufen, nutzten viele die guten Nachrichten, um Gewinne mitzunehmen.

Marktbeobachter werten das Muster als klassische „Sell the news“-Bewegung. Die Aufmerksamkeit verschob sich weg von den Geschäftszahlen hin zur Frage, ob die Bewertung der Aktie noch tragfähig ist. Die China-Meldung traf die Aktie also in einer ohnehin fragilen Verfassung.

Intel liefert den Gegenbeweis

Während die Konkurrenzsorgen im margenschwächeren DUV-Segment wachsen, festigt ASML gerade seine Monopolstellung in der Spitzentechnologie. Intel Foundry hat die Hochvolumenfertigung mit ASMLs High-NA-EUV-Systemen aufgenommen. Diese Extrem-Ultraviolett-Technologie kommt im Intel-18A-Prozess zum Einsatz und gilt als Blaupause für die nächste Chip-Generation.

In diesem Marktsegment hat ASML keine ernstzunehmende Konkurrenz. Der Fortschritt bei Intel liefert damit ein Gegengewicht zu den Sorgen um das untere Marktsegment, konnte die Verkaufswelle der vergangenen Woche aber nicht stoppen.

Wo die Aktie jetzt steht

Der Kurs schloss am Freitag bei 1.421,00 Euro, ein Minus von 1,02 Prozent auf Tagesbasis. Damit liegt die Aktie rund 18,7 Prozent unter ihrem Rekordhoch von 1.748,00 Euro, das erst Ende Juni erreicht wurde. Trotz der jüngsten Schwäche steht seit Jahresbeginn weiterhin ein Plus von 54,21 Prozent zu Buche.

Der Auftragsbestand reicht nach Unternehmensangaben bis in die Jahre 2027 und 2028 hinein. Ob sich die Aktie stabilisiert oder die geopolitische Unruhe die Korrektur weiter antreibt, dürfte sich in den kommenden Handelstagen zeigen. Am 5. August 2026 zahlt ASML zudem eine Dividende von 1,88 Euro je Aktie aus.

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Diskussion zu Asml

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

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