Eine turbulente Woche, ein starkes Ergebnis. ASML schloss am Freitag auf einem neuen 12-Monats-Hoch von 1.348,80 Euro — ein Plus von gut vier Prozent am letzten Handelstag allein. Hinter diesem Kursanstieg steckt ein Bild voller Widersprüche.
Woche mit zwei Gesichtern
Zum Wochenauftakt stand die Aktie unter Druck. Am Montag verlor ASML rund drei Prozent, nachdem der Ausblick auf das zweite Quartal 2026 enttäuschte. Die Guidance für Q2 signalisiert eine schwächere Bruttomarge und rückläufige Systemvolumina — das kam bei Anlegern nicht gut an.
Freitag sah dann ganz anders aus. Bank of America hob das Kursziel an und verwies auf das Wachstumspotenzial durch den Hochlauf von EUV-Systemen mit niedriger numerischer Apertur. Berenberg Bank bekräftigte sein Kaufvotum. Die Stimmung drehte, der Kurs folgte.
Erste Group: Höhere Schätzungen, aber kein Vertrauen
Ein bemerkenswerter Widerspruch kam von Erste Group Bank. Das Institut erhöhte seine Gewinnschätzung je Aktie für das Gesamtjahr 2026 — hält aber gleichzeitig an seiner Herabstufung auf „Hold“ fest. Begründung: Die Wachstumsaussichten für Umsatz und Gewinn 2026 bleiben hinter dem Niveau von 2025 zurück.
Der Analystenkonsens insgesamt tendiert zu „Moderater Kauf“, mit einem durchschnittlichen Kursziel im Bereich von umgerechnet rund 1.350 Euro — also etwa auf dem aktuellen Niveau.
TSMC-Verzögerung und Exportrisiken
Zwei konkrete Belastungsfaktoren beschäftigten Investoren die ganze Woche. TSMC verschiebt den Einsatz von ASMLs High-NA-EUV-Maschinen auf mindestens 2029. Die Kosten sind schlicht zu hoch. Das trifft ausgerechnet die margenstarken Spitzenprodukte.
Hinzu kommt politischer Druck aus den USA. Ein geplantes Gesetz namens „MATCH Act“ würde die Exportkontrollen für fortschrittliche Chipfertigungsanlagen verschärfen — inklusive DUV-Systeme und Wartungsleistungen für bestehende Anlagen in China. Das wäre ein direkter Einschlag ins China-Geschäft.
KI-Nachfrage federt Chinaausfall ab
Chinas Anteil am ASML-Umsatz sinkt von rund 33 Prozent in 2025 auf geschätzte 20 Prozent in 2026. Trotzdem hob das Unternehmen seine Jahresprognose auf 36 bis 40 Milliarden Euro an. Der Grund: TSMC, Samsung und andere Chiphersteller investieren massiv in KI-Infrastruktur und brauchen dafür ASMLs Maschinen. CEO Peter Wennink hat bestätigt, dass die KI-getriebene Nachfrage die Geschäftsaussichten spürbar verbessert.
Das zeigt sich auch im Kurs. Seit Jahresbeginn legte die Aktie rund 36 Prozent zu, über zwölf Monate sogar mehr als 113 Prozent. Der RSI liegt bei 69 — technisch nah an überkauftem Terrain, aber noch nicht darüber.
Am 15. Juli 2026 legt ASML die Q2-Zahlen vor. Dann zeigt sich, ob die vorsichtige Guidance ein realistisches Bild zeichnet — oder ob das Management die Latte bewusst tief gehängt hat.
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