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ASML: Ausgebucht bis Ende 2027

ASML präsentiert Quartalszahlen bei voller Auslastung bis 2027. Analysten fokussieren Auftragseingänge, während politische Risiken aus Washington drohen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Quartalszahlen am Mittwoch erwartet
  • Auftragsbücher bis Ende 2027 gefüllt
  • Politisches Risiko durch MATCH Act
  • Aktie knapp unter Rekordhoch notiert

Ausgebucht bis Ende 2027. Diese eine Zahl treibt ASML-Aktionäre heute stärker um als jede Gewinnprognose. Der niederländische Lithografie-Konzern legt am Mittwoch seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vor, und die Erwartungen sind hoch.

Am Montag legte die Aktie zwischen 2,9 und 3,5 Prozent zu. Analysten von Susquehanna und anderen Häusern verweisen auf die Kapazitätsauslastung als Grund. Der Boom bei Speicherchips und KI-Hardware zwingt Chiphersteller offenbar dazu, sich Produktionsslots bei ASML weit im Voraus zu sichern.

Was der Markt heute erwartet

Der Konsens rechnet mit einem Nettogewinn zwischen 2,61 und 2,64 Milliarden Euro. Das wäre ein Plus von rund 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Umsatz gehen Analysten von 8,4 bis 9,0 Milliarden Euro aus, im Rahmen der bisherigen Unternehmensprognose.

Wichtiger als die reinen Gewinnzahlen dürfte für Investoren aber eine andere Kennziffer sein: die Netto-Auftragseingänge. Sie zeigen neue Bestellungen abzüglich Stornierungen und gelten als Frühindikator für künftige Umsätze. Nach der Kapazitätsmeldung durch 2027 dürfte diese Zahl besonders genau geprüft werden.

Politisches Risiko aus Washington

Einen Tag vor der Berichtssaison sorgte ein Auftritt in Washington für Aufmerksamkeit. Am 14. Juli sagte Jeffrey Kessler vom US-Handelsministerium vor dem Foreign Affairs Committee des Repräsentantenhauses aus. Er kündigte weitere regulatorische Schritte bei Halbleitern und KI-Exporten an.

Kessler bezeichnete die Lieferungen fortschrittlicher KI-Chips nach China zwar als „trivial“, strenge Lizenzauflagen würden dies sicherstellen. Der geplante MATCH Act bleibt für ASML dennoch ein Risikofaktor. Das Gesetzesvorhaben zielt gezielt auf DUV-Immersionslithografiesysteme, also genau jene Technologie, mit der ASML einen Großteil seines China-Geschäfts bestreitet.

China soll 2026 rund 20 Prozent des ASML-Gesamtumsatzes ausmachen. Weitere Exportbeschränkungen würden die mittelfristigen Umsatzziele des Konzerns direkt treffen.

Kurs zwischen Rekordhoch und Korrektur

Die Aktie schloss am Dienstag bei 1.556,40 Euro. Das liegt knapp 11 Prozent unter dem Allzeithoch von 1.748,00 Euro vom 30. Juni. Auf Monatssicht steht ein Minus von 4,81 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn bleibt dennoch ein Plus von 57,48 Prozent.

Die Marktkapitalisierung liegt bei 604,72 Milliarden Euro. Der RSI von 49,9 signalisiert eine neutrale technische Lage vor den Zahlen. Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage bleibt mit 64,67 Prozent hoch — der Optionsmarkt preist einen Kursausschlag von etwa 7,5 Prozent nach der Veröffentlichung ein.

Bei den Kurszielen zeigt sich die Analystenzunft mehrheitlich optimistisch. Bernstein setzt sein Ziel bei 2.623 Dollar an, J.P. Morgan bestätigt seine Overweight-Einstufung mit einem Kursziel von 2.200 Dollar. Begründet wird dies mit der faktischen Monopolstellung von ASML bei EUV-Systemen, die für die fortschrittlichsten Chips der Welt unverzichtbar sind.

Der Konzern hatte seine Umsatzprognose für 2026 zuletzt auf eine Spanne von 36 bis 40 Milliarden Euro angehoben. Investoren werden heute genau darauf achten, ob es weitere Anpassungen gibt — insbesondere mit Blick auf die Fortschritte bei den neuen High-NA-EUV-Systemen. Eine Bestätigung oder gar Anhebung dieser Spanne dürfte angesichts der vollen Auftragsbücher bis 2027 als starkes Signal gewertet werden.

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