Chinesische Halbleiterchefs fordern lautstark eine nationale Alternative zu ASML – und lösten damit kurzzeitig einen Kursrutsch von rund 5,5 Prozent aus. Die Erholung folgte fast ebenso schnell. Was hinter der Bewegung steckt und warum der Abstand zur Konkurrenz vorerst uneinholbar bleibt.
Peking greift an – und scheitert am Maßstab
Die Forderung kam von ganz oben: SMIC-Mitgründer Wang Yangyuan sowie Führungskräfte von YMTC, Naura und dem EDA-Entwickler Empyrean veröffentlichten gemeinsam einen Aufruf an den chinesischen Staat, die heimische Halbleiterausrüstungsindustrie zu konsolidieren. Zu klein, zu fragmentiert, zu schwach – so beschrieben sie den Status quo. Besonders die EUV-Lithografie, die Chipproduktion unterhalb von sieben Nanometern erst ermöglicht, bleibt für China unerreichbar.
Der Grund liegt in der Komplexität von ASMLs Systemen: Rund 100.000 Bauteile von 5.000 spezialisierten Zulieferern weltweit fließen in jede EUV-Anlage ein. Ein Prototyp soll zwar in einem Shenzhen-Labor fertiggestellt worden sein – doch bis zur kommerziellen Tauglichkeit fehlen Jahre. ASML selbst brauchte nach dem ersten Prototyp fast zwei Jahrzehnte, um die nötigen Ausbeute-Probleme zu lösen. Chinas staatlich geförderter Big Fund III hat zwar rund 47,5 Milliarden Dollar für Halbleiter reserviert und lenkt frisches Kapital in Lithografie und EDA-Software – Wettbewerb vor 2030 gilt dennoch als unwahrscheinlich.
Technologisch weiter auf Kurs
Während geopolitische Debatten die Schlagzeilen dominieren, treibt ASML die eigene Entwicklung voran. Im Februar vermeldete das Unternehmen einen Durchbruch bei der EUV-Lichtquelle: Die Leistung wurde auf 1.000 Watt gesteigert, gegenüber aktuell 600 Watt in Produktionssystemen. Das ermöglicht höheren Durchsatz – bis 2030 sollen 330 Wafer pro Stunde erreichbar sein, ein Plus von 50 Prozent gegenüber heute. Für Kunden bedeutet das niedrigere Fertigungskosten und bessere Chip-Ausbeuten.
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Dass die Nachfrage nach diesen Systemen außergewöhnlich hoch ist, zeigt ein Detail aus dem Markt: SK Hynix zahlt ASML Berichten zufolge einen Aufschlag von 15 bis 20 Prozent auf den ohnehin schon mehrere hundert Millionen Dollar schweren Listenpreis – nur um Lieferungen zu beschleunigen. Normalerweise verhandeln Großkunden Rabatte heraus. Die KI-getriebene Nachfrage nach Hochleistungsspeicher hat diese Logik umgekehrt.
Führungswechsel und Ausblick
Auf der Governance-Seite gibt es geordnete Kontinuität. Auf der Hauptversammlung am 22. April 2026 in Veldhoven soll Marco Pieters offiziell als Chief Technology Officer in den Vorstand berufen werden – er ist seit über 25 Jahren im Unternehmen und leitete zuletzt den Produktbereich Applications. CFO Roger Dassen und COO Frédéric Schneider-Maunoury werden zur Wiederwahl vorgeschlagen. Neu in den Aufsichtsrat soll Benjamin Loh einziehen, ehemaliger Präsident und CEO von ASM International.
Fünf Tage nach der Hauptversammlung, am 27. April, folgen die Quartalszahlen. ASML hat die Umsatzprognose für 2026 auf 34 bis 39 Milliarden Euro angehoben – rund 12 Prozent Wachstum zur Mitte der Spanne. Der Anteil Chinas am Gesamtumsatz soll nach einem erhöhten Niveau in 2025 auf rund 20 Prozent zurückgehen. Die Zahlen werden zeigen, wie robust die Auftragslage tatsächlich ist – und ob der jüngste Kursanstieg von knapp 84 Prozent innerhalb eines Jahres fundamentale Unterstützung findet.
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