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ASML Aktie: Samsung-Schock belastet Chipwerte

Samsung-Enttäuschung lässt ASML-Aktie fallen. Quartalsbericht am 15. Juli wird richtungsweisend für die Erholung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Samsung-Ausblick belastet ASML-Kurs
  • Kursrückgang von über sieben Prozent in einer Woche
  • Quartalszahlen am 15. Juli im Fokus
  • Hohe Bewertung macht Aktie anfällig

Ein enttäuschender Zahlenausblick bei Samsung Electronics genügt, um die europäische Chipbranche ins Wanken zu bringen. ASML verliert am Mittwoch 1,28 Prozent und notiert bei 1.509,00 Euro, nach einem Schlusskurs von 1.528,60 Euro am Dienstag. Binnen einer Woche summiert sich der Rückgang auf 7,13 Prozent.

Samsungs Rekordgewinn reicht den Anlegern nicht

Der Auslöser liegt in Südkorea. Samsung Electronics meldete vorläufige Zahlen für das zweite Quartal mit Rekordgewinnen. Die Erwartungen der Anleger lagen aber noch höher.

Die Enttäuschung traf den koreanischen Aktienmarkt hart. Der Kospi-Index brach um 7 Prozent ein, der Handel wurde zeitweise ausgesetzt. Die Schockwelle sprang direkt auf europäische Chipausrüster über, ASML eingeschlossen.

Der Effekt zeigt, wie eng die Kurse der Lithografie-Spezialisten mittlerweile an die Stimmung rund um asiatische Speicherchip-Hersteller gekoppelt sind. Hinzu kommt eine Verschiebung im Anlegerinteresse: Kapital fließt derzeit eher zu Hyperscalern als zu Zulieferern von Fertigungsanlagen. Das verstärkt den kurzfristigen Druck auf ASML zusätzlich.

Nervosität vor eigenen Zahlen

Der Samsung-Schock trifft ASML zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Quartalsbericht des Konzerns steht am 15. Juli an, und viele Investoren positionieren sich vorsichtig.

Auffällig: Die US-Börsen liefen in die Gegenrichtung. Der S&P 500 legte um 0,7 Prozent zu, der Nasdaq um 1,1 Prozent. Der Ausschlag bei ASML war also kein globales Marktphänomen, sondern ein branchenspezifisches Problem. Der Amsterdamer AEX-Index folgte entsprechend der Schwäche im europäischen Chipsektor.

Selbst positive Analystenstimmen konnten den Ausverkauf nicht bremsen. Die Bank Bernstein hatte ihr Kursziel für ASML kurz vor dem Kurseinbruch angehoben und verweist auf robuste langfristige Nachfrage nach EUV-Lithografie durch den KI-Boom. Die fundamentale Story reichte an diesem Tag trotzdem nicht aus, um die sektorweite Verkaufswelle aufzufangen.

Kunden zögern bei teuren High-NA-Anlagen

Ein weiteres Problem betrifft die Auftragsseite. Führende Foundries, darunter TSMC, haben laut Marktbeobachtern die Einführung von ASMLs neuester High-NA-EUV-Generation verschoben. Die Anlagen kosten zwischen 350 und 400 Millionen Euro pro Stück.

Viele Großkunden setzen stattdessen auf günstigere Advanced-Packaging-Alternativen statt auf teure neue Maschinen. Das erschwert es ASML, den prall gefüllten Auftragsbestand zügig in Umsatz umzuwandeln.

Bewertung lässt wenig Spielraum

Trotz der jüngsten Schwäche bleibt die Aktie ambitioniert bewertet. Der aktuelle Kurs liegt 3,21 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.462,12 Euro und 30,22 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 1.158,85 Euro. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 52,69 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs mehr als verdoppelt.

Analysten warnen, dass die hohen Multiplikatoren wenig Puffer für Enttäuschungen lassen. Das macht die Aktie besonders anfällig für makroökonomische Schwankungen und für Umschichtungen kurz vor Quartalszahlen.

Mit einem Abstand von 13,67 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 1.748,00 Euro vom 30. Juni richtet sich der Blick nun auf den Quartalsbericht am 15. Juli. Entscheidend wird, ob der Auftragseingang und die Kommentare zur asiatischen Nachfrage das Vertrauen der Anleger nach der Samsung-Turbulenz zurückbringen können.

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Diskussion zu Asml

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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