Der niederländische Chipausrüster ASML hat am Mittwoch die Märkte elektrisiert. Die Zahlen für das Schlussquartal 2025 übertrafen die Erwartungen deutlich – und der Ausblick lässt Tech-Investoren aufhorchen. Die Aktie schoss zunächst auf neue Rekordhöhen, bevor sie im Verlauf der Analystenkonferenz ins Minus rutschte. Zuletzt verlor der Titel 2,3 Prozent auf gut 1.189 Euro. Seit Jahresanfang bedeutet dies dennoch ein Plus von 29 Prozent. Seit August 2025 hat sich der Wert fast verdoppelt.
Die Zahlen haben es in sich: Im vierten Quartal steigerte ASML die Erlöse von 7,5 auf 9,7 Milliarden Euro. Die Bruttomarge kletterte um 0,6 Prozentpunkte auf 52,2 Prozent – besser als von Analysten erwartet. Doch die eigentliche Sensation lieferte der Auftragseingang: Mit 13,2 Milliarden Euro pulverisierte das Unternehmen die Prognosen, die nur bei rund der Hälfte lagen.
Kunden drehen auf – KI-Boom als Turbo
CEO Christophe Fouquet machte klar, woher der Wind weht: „In den letzten Monaten haben viele unserer Kunden eine deutlich positivere Einschätzung der mittelfristigen Marktsituation abgegeben.“ Die Erwartungen zur Nachhaltigkeit der KI-Nachfrage seien robuster geworden. Dies schlage sich in einer deutlichen Ausweitung der Kapazitätspläne und dem Rekordauftragsbestand nieder.
ASML ist als einziger Anbieter von Extrem-Ultraviolett-Lithografie-Geräten unverzichtbar für die Produktion modernster Chips. Die Maschinen sind das Rückgrat für KI-Beschleuniger von NVIDIA, die in Rechenzentren weltweit zum Einsatz kommen. Zu den Großkunden zählen alle führenden Chiphersteller – darunter Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) und Intel.
Ausblick überzeugt – trotz konservativer Töne
Für das laufende erste Quartal rechnet ASML mit Umsätzen zwischen 8,2 und 8,9 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 51 bis 53 Prozent. Analysten hatten hier mit dem oberen Ende der Spanne gerechnet. Das Gesamtjahr 2026 soll Erlöse von 34 bis 39 Milliarden Euro bringen – bei einer Marge von 51 bis 53 Prozent. 2025 summierten sich die Umsätze auf knapp 32,7 Milliarden Euro.
Noch im Herbst 2025 hatte Fouquet die Märkte auf ein Jahr mit stagnierenden Umsätzen eingestimmt. Nur wenige Monate später präsentiert sich ein völlig anderes Bild. Der Auftragseingang fiel deutlich stärker aus als bei den Wettbewerbern – ein klares Signal für die Stärke von ASML im laufenden Investitionszyklus.
Aktienrückkauf und Stellenabbau – der Spagat
Das Unternehmen kündigte zudem an, bis Ende 2028 eigene Aktien im Wert von bis zu 12 Milliarden Euro zurückzukaufen. Gleichzeitig plant ASML eine Straffung in der Technologie- und IT-Organisation. Netto sollen rund 1.700 Stellen abgebaut werden – vor allem in den Niederlanden, aber auch in den USA.
Analyst Matt Britzmann von Hargreaves Lansdown hob den starken Auftragseingang hervor. Die mittelfristigen Vorzeichen seien gut. Der Markt befinde sich in einem mehrjährigen Investitionszyklus, getragen durch wachsende KI-Nachfrage und die Erneuerung von PCs sowie mobilen Geräten. Allerdings habe der Kurs auch schon viel eingepreist. Die positive Stimmung eröffne zwar noch Potenzial, aber nicht mehr allzu viel.
Mit einer Marktkapitalisierung von 500 Milliarden Euro ist ASML Europas wertvollstes Unternehmen. Der Tech-Sektor in Europa profitierte deutlich von den Zahlen – Infineon legte um 5,5 Prozent zu, STMicro um 3,3 Prozent. Jenoptik schoss um 9,7 Prozent nach oben – kein Wunder, denn ASML macht dort 50 Prozent des Umsatzes im Bereich Semi-Optik aus.
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