Der KI-Boom zwingt ASML zur Korrektur nach oben. Der niederländische Anlagenbauer hat im ersten Quartal 2026 die Markterwartungen spürbar übertroffen und schraubt nun seine Jahresziele in die Höhe. Die Nachfrage nach modernsten Chipmaschinen übersteigt schlichtweg das Angebot.
Zwischen Januar und März erwirtschaftete der Konzern einen Nettoumsatz von 8,8 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 2,8 Milliarden Euro. Angesichts prall gefüllter Auftragsbücher hebt das Management die Umsatzprognose für das laufende Gesamtjahr auf bis zu 40 Milliarden Euro an.
CEO Christophe Fouquet benennt den Treiber klar: Der Aufbau von KI-Infrastruktur treibt den Bedarf an Halbleitern massiv an. Kunden beschleunigen ihre Kapazitätserweiterungen, um den Engpässen zu entgehen. Dieser Trend dürfte weit über das aktuelle Jahr hinaus anhalten und sichert ASML einen robusten Auftragseingang.
Exportkontrollen zeigen Wirkung
Geografisch verschiebt sich das Gewicht. Südkorea und Taiwan dominierten im ersten Quartal mit einem kombinierten Umsatzanteil von knapp 70 Prozent. Das Geschäft mit China brach hingegen auf 19 Prozent ein. Im Vorquartal lag dieser Wert noch fast doppelt so hoch. Hier spiegeln sich die verschärften Exportkontrollen wider, die den Verkauf der fortschrittlichsten Lithografie-Systeme ins Reich der Mitte blockieren.
Aktionäre profitieren
Aktionäre partizipieren direkt an der starken Geschäftsentwicklung. Die geplante Gesamtdividende für das abgelaufene Jahr steigt um 17 Prozent auf 7,50 Euro je Aktie. Parallel dazu kaufte der Konzern im ersten Quartal eigene Papiere für mehr als eine Milliarde Euro zurück.
An der Börse wird die operative Stärke bereits eingepreist. Die Aktie notiert aktuell bei rund 1.202 Euro und verteidigt damit knapp die 50-Tage-Linie. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Kursplus von beachtlichen 113 Prozent auf der Anzeigetafel.
Für das zweite Quartal peilt ASML nun einen Umsatz von mindestens 8,4 Milliarden Euro an. Setzt sich die ungebremste Nachfrage der Chip-Hersteller fort, rückt das bisherige Rekordhoch bei 1.295 Euro schnell wieder in greifbare Nähe.
