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ASML Aktie: High-NA-EUV kostet 400 Millionen Euro

ASML profitiert von KI-getriebener Chip-Nachfrage, sieht sich aber wachsenden Exportbeschränkungen gegenüber. Analysten bleiben optimistisch.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Micron Rekordquartal beflügelt ASML
  • China-Anteil am Umsatz sinkt deutlich
  • Niederlande treten Chip-Bündnis bei
  • Analysten erhöhen Kursziele für ASML

Micron liefert ein Rekordquartal. Die Niederlande treten einem US-geführten Chip-Bündnis bei. Für ASML bedeutet das: starker Rückenwind und wachsender Gegenwind — gleichzeitig. Die Aktie schloss am Freitag bei 1.582 Euro und liegt damit knapp 7,5 Prozent unter ihrem Allzeithoch vom 22. Juni.

Microns Zahlen befeuern die Nachfragestory

Microns Quartalsbericht hat die Chip-Ausrüster beflügelt. Der US-Speicherchiphersteller meldete einen Umsatz von 41,46 Milliarden Dollar — mehr als viermal so viel wie im Vorjahr. Das Cloud-Memory-Segment allein wuchs um 307 Prozent auf 13,77 Milliarden Dollar. ASML legte daraufhin am 25. Juni zeitweise mehr als vier Prozent zu.

Das Ergebnis bestätigt, was ASMLs Jahresperformance bereits andeutet: Die KI-getriebene Nachfrage nach Speicherchips ist real. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 60 Prozent zugelegt. Über zwölf Monate sind es sogar 132 Prozent.

ASML plant für 2026 die Auslieferung von mehr als 60 EUV-Systemen — nach 48 im Vorjahr. Mehr als die Hälfte davon geht direkt in die Speicherchipproduktion. Hinzu kommt ein kommerzieller Meilenstein: ASML hat mit der Auslieferung seiner High-NA-EUV-Systeme der nächsten Generation begonnen. Jedes dieser Geräte kostet zwischen 380 und 400 Millionen Euro. Für 2027 plant das Unternehmen rund 80 EUV-Auslieferungen.

Im ersten Quartal 2026 erzielte ASML einen Nettoumsatz von 8,8 Milliarden Euro und hob die Jahresprognose auf 36 bis 40 Milliarden Euro an — nach zuvor 34 bis 39 Milliarden Euro.

China-Anteil halbiert sich

Parallel dazu wächst der geopolitische Druck. Die Niederlande sind dem Pax-Silica-Bündnis beigetreten — einer US-geführten Initiative zur Koordinierung von KI- und Chip-Lieferketten mit dem erklärten Ziel, die Abhängigkeit von China zu reduzieren. Außenhandelsminister Sjoerd Sjoerdsma unterzeichnete die Beitrittserklärung in Washington. Die Europäische Kommission trat am selben Tag bei.

Das Bündnis enthält keine verbindlichen Exportkontrollverpflichtungen. Dennoch verschärft der Beitritt den Druck auf ASML. Der China-Anteil am Systemumsatz ist bereits von 36 Prozent im vierten Quartal 2025 auf 19 Prozent im ersten Quartal 2026 gefallen. Für das Gesamtjahr rechnet ASML mit rund 20 Prozent China-Anteil — das entspricht etwa 7 bis 8 Milliarden Euro.

Kein Wunder, dass Den Haag gleichzeitig gegen den US-amerikanischen MATCH Act lobbyiert. Das parteiübergreifende Gesetz, im April 2026 eingebracht, würde US-Druck auf Verbündete ermöglichen, ihre Exportkontrollen an die US-China-Politik anzupassen. Unternehmen wie ASML, die nicht folgen, könnten den Zugang zu US-Komponenten oder Kunden verlieren. Die niederländische Strategie: Als verlässlicher Partner auftreten — und damit das Argument liefern, dass die bestehenden Beschränkungen bereits ausreichen.

Analysten erhöhen Kursziele

An der Überzeugung der Analysten ändert der regulatorische Lärm wenig. Wells Fargo hob das Kursziel am 22. Juni von 1.750 auf 2.200 Dollar an. Bank of America erhöhte auf 2.345 Dollar und bestätigt die Kaufempfehlung. Von 40 Analysten empfehlen 38 die Aktie zum Kauf.

Den nächsten konkreten Datenpunkt liefert ASML am 15. Juli mit den Zahlen für das zweite Quartal 2026. Dann wird sich zeigen, wie stark China-Aufträge unter dem Druck der Exportrestriktionen weiter nachgeben — und ob die KI-Nachfrage aus anderen Regionen das auffängt.

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