Ein neuer Datenkompressions-Algorithmus von Google bringt den Halbleitersektor durcheinander. Die Technologie namens „TurboQuant“ senkt den Speicherbedarf für Künstliche Intelligenz drastisch und schürt bei Investoren die Sorge vor einer sinkenden Nachfrage nach teuren Lithografie-Systemen. Während die Aktien großer Speicherhersteller unter Druck geraten, sehen erste Analysten in dieser Entwicklung paradoxerweise einen massiven Wachstumstreiber für den Anlagenbauer.
Weniger Speicher, weniger Maschinen?
Der Auslöser der aktuellen Nervosität ist Googles Software-Innovation. Laut technischen Berichten aus dieser Woche kann der Algorithmus den benötigten Arbeitsspeicher für KI-Anwendungen um das Sechsfache reduzieren, ohne die Genauigkeit zu beeinträchtigen. Auf Plattformen wie Nvidias H100 soll sich die Verarbeitungsgeschwindigkeit sogar verachtfachen. Diese Aussicht auf einen drastisch geringeren Hardwarebedarf löste bei den wichtigsten ASML-Kunden sofortige Verkäufe aus. Papiere von Samsung, SK hynix und Micron gaben deutlich nach.
Anleger befürchten, dass diese Effizienzgewinne zu einer strukturellen Reduzierung der benötigten High-End-Lithografiesysteme für die Speicherproduktion führen könnten. Auch die Papiere des niederländischen Konzerns reagierten auf diese Unsicherheit und gaben am Freitag um 1,92 Prozent auf 1.136,40 Euro nach.
Das Jevons-Paradoxon als Kurstreiber
Entgegen der ersten Marktreaktion hob das Analysehaus Sanford C. Bernstein das Kursziel für ASML massiv auf umgerechnet rund 1.700 Euro an. Analyst David Dai stützt seine optimistische Prognose auf das sogenannte Jevons-Paradoxon. Dieses ökonomische Prinzip besagt, dass technologischer Fortschritt, der die Ressourceneffizienz steigert, oft zu einem insgesamt höheren Verbrauch führt.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Asml?
Die Experten gehen davon aus, dass geringere Kosten durch Algorithmen wie TurboQuant die Hürden für die KI-Einführung branchenübergreifend senken. Dies dürfte letztlich zu einem starken Anstieg der Gesamtnachfrage nach Speicher- und Logikchips führen. Bernstein prognostiziert daher, dass sich die Auslieferungen von EUV-Anlagen an Speicherkunden bis 2028 von 18 auf 44 Einheiten mehr als verdoppeln werden.
Analystenkonsens und operative Realität
Die Mehrheit der Wall-Street-Experten teilt diese langfristige Zuversicht. Von 31 Analysten raten 23 zum Kauf der Aktie, während nur zwei Verkaufsempfehlungen aussprechen. Das durchschnittliche Kursziel der Banken liegt bei 1.482,50 US-Dollar. Operativ untermauert wird diese Perspektive durch einen kürzlich abgeschlossenen Rekordauftrag von SK hynix über umgerechnet 7,9 Milliarden US-Dollar. Die Südkoreaner sicherten sich damit fortschrittliche EUV-Scanner für die Massenproduktion von High-Bandwidth-Memory.
Die kurzfristige Volatilität spiegelt die Unsicherheit über technologische Sprünge in der KI-Entwicklung wider. Mit dem Großauftrag von SK hynix, der die Auslastung bis Dezember 2027 sichert, und einer dominanten Monopolstellung im EUV-Markt verfügt ASML über eine solide Basis gegen temporäre Nachfrageschwankungen. Die frisch angehobene Quartalsdividende auf annualisiert 12,71 US-Dollar unterstreicht zudem das Vertrauen des Managements in die eigene Ertragskraft, ungeachtet der aktuellen Software-Innovationen aus dem Silicon Valley.
Asml-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Asml-Analyse vom 27. März liefert die Antwort:
Die neusten Asml-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Asml-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Asml: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
