Startseite » Europa-Märkte » ASML Aktie: Die nächste Expansion

ASML Aktie: Die nächste Expansion

ASML plant den Einstieg in Advanced Packaging und weitere Technologien, während sich die regionalen Umsatzschwerpunkte von China zu Südkorea und Taiwan verschieben.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Strategiewechsel zum Komplettanbieter für KI-Chips
  • Deutlicher Rückgang des China-Geschäftsanteils
  • Starke Finanzkennzahlen und Aktienrückkäufe
  • Hohe Bewertung spiegelt Marktdominanz wider

ASML will mehr sein als nur der EUV-Monopolist. Der niederländische Chiphersteller-Ausrüster plant den Einstieg in neue Geschäftsfelder – getrieben von der Nachfrage nach KI-Chips und der veränderten Architektur moderner Halbleiter. Doch während das Unternehmen seine Zukunft skizziert, verschieben sich die regionalen Gewichte bereits jetzt.

Vom EUV-Spezialisten zum Komplettanbieter

ASML arbeitet an Maschinen für das sogenannte Advanced Packaging – eine Technik, bei der mehrere spezialisierte Chips zu einem System verbunden werden. Was früher ein kostengünstiges Volumengeschäft war, wird durch die wachsende Komplexität von KI-Prozessoren zum lukrativen Markt. Der Grund: Moderne Chips werden zunehmend vertikal aufgebaut, ähnlich einem Wolkenkratzer statt einem flachen Gebäude.

CTO Marco Pieters, seit Oktober 2025 im Amt, formuliert die Strategie langfristig: „Wir schauen nicht nur auf die nächsten fünf Jahre, sondern auf die kommenden zehn, vielleicht 15 Jahre.“ Neben Advanced Packaging prüft ASML, ob sich die maximale Chipgröße ihrer Lithographiesysteme erweitern lässt – aktuell etwa briefmarkengroß. Zudem soll KI in die eigenen Maschinen integriert werden, um Steuerung und Qualitätskontrolle während der Produktion zu verbessern.

Im vergangenen Jahr stellte ASML bereits das XT:260-System vor, das speziell für die Herstellung von KI-Speicherchips entwickelt wurde. Weitere Produkte seien in Arbeit, so Pieters.

China-Geschäft schrumpft deutlich

Das Geschäft mit China verändert sich strukturell. Der Anteil am Systemumsatz fiel von 41 Prozent im Jahr 2024 auf 33 Prozent in 2025. Hauptgrund sind US-Exportbeschränkungen sowie eine Normalisierung der Nachfrage nach DUV-Ausrüstung, die 2024 außergewöhnlich hoch war. Für 2026 erwartet das Management, dass Chinas Anteil auf rund 20 Prozent sinkt.

Die Lücke füllen Südkorea und Taiwan: Ihr kombinierter Umsatzanteil stieg von 32 Prozent in 2024 auf 47 Prozent in 2025. Die Verschiebung spiegelt die wachsende Nachfrage nach EUV-Systemen für die 3nm- und 2nm-Fertigung wider, die vor allem von Foundries in diesen Regionen getrieben wird.

Starke Zahlen, hohe Erwartungen

ASML erzielte 2025 einen Umsatz von 32,7 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 52,8 Prozent. Der Nettogewinn lag bei 9,6 Milliarden Euro. Für 2026 stellt das Unternehmen Erlöse zwischen 34 und 39 Milliarden Euro in Aussicht, bei einer Marge von 51 bis 53 Prozent. Die Dividende soll um 17 Prozent auf 7,50 Euro je Aktie steigen. Zusätzlich kündigte ASML ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 12 Milliarden Euro bis Ende 2028 an.

Der Auftragsbestand erreichte zum Jahresende 38,8 Milliarden Euro. EUV-Systeme trugen 2025 bereits 48 Prozent zum Systemumsatz bei, nach 38 Prozent im Vorjahr. Analysten wie Kepler Capital und UBS halten an ihrer Kaufempfehlung fest.

Bewertung reflektiert Dominanz

Mit einem KGV von rund 40 für das laufende Jahr ist ASML deutlich höher bewertet als Nvidia, das bei etwa 22 liegt. Die Prämie reflektiert die unangefochtene Marktposition bei EUV-Lithographie und die mehrjährige Auftragssichtbarkeit. Dennoch: Viele der neuen Produktlinien befinden sich noch in der Forschungsphase, und die Qualifikation bei Chipherstellern kann Jahre dauern.

Die Frage ist weniger, ob ASML wachsen wird – der Auftragsbestand und die KI-getriebene Nachfrage sprechen dafür. Entscheidend wird sein, wie schnell die neuen Geschäftsfelder zum Umsatz beitragen und ob das Unternehmen seine Marge trotz des schrumpfenden China-Geschäfts halten kann.

Anzeige

ASML-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ASML-Analyse vom 6. März liefert die Antwort:

Die neusten ASML-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ASML-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

ASML: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu ASML

ASML Chart