In zwei Tagen stimmt der Auswärtige Ausschuss des US-Repräsentantenhauses über ein weitreichendes Gesetzespaket ab. Im Zentrum steht der sogenannte MATCH Act. Dieser Entwurf zielt direkt auf das verbliebene China-Geschäft des niederländischen Lithografie-Giganten ASML ab. Für den Anlagenbauer steht ein hochprofitabler Umsatzbringer auf dem Spiel.
Das Service-Verbot als Kernproblem
Der Gesetzentwurf schließt ein wichtiges Schlupfloch. Er verbietet den Export von DUV-Immersionslithografie-Systemen nach China. Diese älteren Maschinengenerationen nutzen chinesische Chiphersteller massiv für weniger komplexe Halbleiter.
Viel schwerer wiegt ein oft übersehenes Detail der Vorlage. Der MATCH Act untersagt auch die Wartung bereits installierter Anlagen. Das umfasst Software-Updates, Fernwartung und technischen Support. Damit greift Washington direkt das margenstarke Servicegeschäft von ASML an. Betroffen sind namentlich genannte chinesische Branchengrößen wie SMIC, Huawei und YMTC.
Milliardenmarkt unter Druck
Der Zeitpunkt ist heikel. China war im vergangenen Jahr mit einem Umsatzanteil von 33 Prozent der größte Einzelmarkt für ASML. Zwar rechnete das Management wegen bestehender Restriktionen ohnehin mit einem Rückgang auf rund 20 Prozent für das laufende Jahr. Diese Prognose entstand allerdings vor dem MATCH Act.
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Ein weitreichendes Verbot von DUV-Anlagen und zugehörigen Dienstleistungen könnte den Gesamtumsatz spürbar drücken. Der operative Gewinn (EBIT) würde laut einer Szenarioanalyse um bis zu 17 Prozent schrumpfen. An der Börse ignorieren Investoren diese Risiken bislang weitgehend. Die Aktie notiert nahe ihrem Rekordhoch bei rund 1.242 Euro und verzeichnet auf Jahressicht weit mehr als eine Verdopplung.
Starke Zahlen federn den Schock ab
Operativ liefert der Konzern derzeit Bestwerte. Zum Jahresauftakt erwirtschaftete ASML einen Nettoumsatz von 8,8 Milliarden Euro bei einem Gewinn von 2,8 Milliarden Euro. Das Management hob die Jahresprognose an und peilt nun Erlöse von bis zu 40 Milliarden Euro an. Diese fundamentale Stärke federt die geopolitischen Störfeuer aktuell ab.
Das US-Gesetz muss noch beide Kammern des Kongresses passieren. Der Entwurf räumt Verbündeten wie den Niederlanden und Japan eine Frist von 150 Tagen ein, um eigene Exportkontrollen zu verschärfen. Washington setzt Den Haag damit offen unter Druck, bevor amerikanische Alleingänge greifen. Am 23. April fällt im Ausschuss die erste Richtungsentscheidung.
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