Ein Fachmagazin-Bericht reicht am Montag aus, um die Stimmung rund um Europas wertvollsten Technologiekonzern kippen zu lassen. Aus einem satten Kursplus wurde binnen weniger Stunden der größte Tagesverlust im EuroStoxx 50 — ausgelöst durch die Furcht, China könnte ASML sein wichtigstes Standbein streitig machen.
Ein Bericht, der die Branche aufschreckt
Auslöser war eine Meldung des Magazins „The Information“, wonach ein staatlich unterstütztes Unternehmen in China mit der Serienproduktion eigener DUV-Lithografiesysteme begonnen habe. DUV-Maschinen belichten Schaltkreisstrukturen auf Siliziumwafern und bilden das Herzstück moderner Chipfabriken — ein Markt, den ASML bislang nahezu allein beherrscht, ergänzt nur von den japanischen Anbietern Nikon und Canon. Seit 2023 bremsen westliche Exportbeschränkungen den Zugang chinesischer Hersteller zu dieser Technologie.
Konkret soll China bis Jahresende fünf eigene DUV-Anlagen fertigen, im kommenden Jahr sollen es bereits 20 werden. Sollte sich das bewahrheiten, würde die Lücke zwischen chinesischer und westlicher Chipfertigungstechnik spürbar schrumpfen. Ein Marktteilnehmer ordnete ein, dass China-Verkäufe einen Anteil im niedrigen zweistelligen Prozentbereich am gesamten Systemumsatz von ASML ausmachen — verwies aber zugleich darauf, dass es in der Vergangenheit bereits unbestätigte Meldungen über chinesische Fortschritte in der Immersionslithografie gegeben habe.
Die Aktie fiel im Tagesverlauf um bis zu 8,5 Prozent und markierte damit den tiefsten Stand seit rund sieben Wochen. Der Ausverkauf blieb nicht auf ASML beschränkt: ASM International und Aixtron gaben ebenfalls spürbar nach, in den USA gerieten Nvidia, Micron und AMD unter Druck, während Infineon vergleichsweise glimpflich davonkam.
Starke Zahlen, schwacher Kurstag
Der Zeitpunkt wirkt fast paradox. Erst kürzlich hatte ASML für das zweite Quartal 2026 einen Nettoumsatz von 9,3 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 2,9 Milliarden Euro gemeldet, dazu einen wichtigen Reifegrad-Meilenstein für die neue High-NA-EUV-Technologie erreicht. Parallel läuft das laufende Aktienrückkaufprogramm unbeirrt weiter — allein in der vergangenen Woche kaufte der Konzern an mehreren Handelstagen jeweils Aktien im Gegenwert von rund 78 Millionen Euro zurück.
Genau dieser Kontrast dürfte viele Anleger nachdenklich stimmen: Ein Unternehmen mit Rekordzahlen und laufendem Rückkaufprogramm verliert an einem einzigen Handelstag mehr an Wert als so mancher Wettbewerber in Wochen aufbaut.
Ob sich der China-Bericht als tragfähig erweist, lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen. Bereits in der Vergangenheit hatten sich ähnliche Meldungen über chinesische Fortschritte in der Immersionslithografie als überzogen herausgestellt. Bis belastbare Details zur tatsächlichen Produktionsreife und -qualität der chinesischen Anlagen vorliegen, dürfte die Unsicherheit um ASML und die gesamte Chipausrüster-Branche bestehen bleiben.
Asml-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Asml-Analyse vom 27. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Asml-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Asml-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Asml: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
