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ASML: 5,9-Prozent-Rutsch nach Allzeithoch

Nach Rekordhoch bricht ASML-Aktie ein, während Analysten optimistisch bleiben. Kurszielanhebungen und starke Auftragsbücher stützen die langfristige Perspektive.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursrutsch nach Allzeithoch
  • Analysten heben Kursziele an
  • Produktionskapazitäten werden ausgebaut
  • China-Geschäft bleibt Risikofaktor

Erst der Aufstieg zum wertvollsten Unternehmen der europäischen Börsengeschichte, dann ein plötzlicher Kursrutsch. Bei ASML klaffen fundamentale Stärke und kurzfristige Marktreaktion aktuell weit auseinander. Während Analysten ihre Kursziele massiv nach oben schrauben, nahmen Anleger zum Wochenausklang im großen Stil Gewinne mit.

Am Dienstag markierte der Chipausrüster bei 1.529,80 Euro ein neues Allzeithoch und stieg zum wertvollsten Konzern Europas auf. Am Freitag folgte die Korrektur. Das Papier verlor fast sechs Prozent und ging bei 1.429,40 Euro aus dem Handel.

Investmentbanken werten den Rückgang offenbar als Kaufchance. BofA, Barclays und JPMorgan hoben ihre Kursziele in den vergangenen Tagen synchron auf über 1.900 Euro an. Morgan Stanley zog mit einem Ziel von 1.660 Euro nach. Die Experten verweisen auf eine unerwartet hohe Visibilität bei den Auftragsbüchern.

Kapazitäten am Limit

Die optimistischen Prognosen fußen auf konkreten Signalen aus der Lieferkette. Zulieferer wie Jenoptik und Aalberts melden starke Auftragseingänge und investieren bereits in neue Reinraumkapazitäten. Parallel dazu baut ASML seine eigene Fertigung aus. Bis Ende 2027 soll die Produktionskapazität für die extrem ultravioletten (EUV) Lithographiesysteme auf über 90 Einheiten pro Jahr steigen.

Kürzere Vorlaufzeiten und effizientere Montagelinien treiben diese Entwicklung an. Hinzu kommen steigende Verkaufspreise für die neuen Werkzeuggenerationen. BofA prognostiziert für das Jahr 2028 einen Umsatz von fast 59 Milliarden Euro. Die Bruttomarge soll dabei auf 56 Prozent klettern.

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Der nächste Wachstumstreiber

Technologisch richtet sich der Blick bereits auf die nächste Generation. Die neuen High-NA-EUV-Maschinen laufen bei Intel in der Produktion und haben rund 300.000 Wafer verarbeitet. ASML-Chef Christophe Fouquet rechnet in wenigen Monaten mit den ersten fertigen Chips aus diesen Anlagen.

Ein geopolitischer Bremsklotz bleibt das China-Geschäft. Exportbeschränkungen drücken den Umsatzanteil der Volksrepublik von 33 Prozent im vergangenen Jahr auf geschätzte 20 Prozent. Der Boom bei den führenden KI-Chipherstellern fängt diese Ausfälle zwar weitgehend auf. Einige Analysten warnen allerdings vor einem möglichen Gewinnrückgang von bis zu zehn Prozent durch die Sanktionen.

Technisch ruht die Aktie weiterhin auf einem massiven Fundament. Mit einem Abstand von gut 34 Prozent zur 200-Tage-Linie bei 1.065,50 Euro ist der langfristige Aufwärtstrend intakt. Hält die Unterstützung im Bereich von 1.400 Euro, bietet das aktuelle Kursniveau eine Basis für den nächsten Angriff auf die jüngsten Rekordmarken.

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