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ASML: 1,88 Euro Zwischendividende ausgezahlt

ASML zahlt Zwischendividende und setzt Aktienrückkäufe fort. Analysten heben Gewinnprognosen an, während sich die Aktie vom Juli-Einbruch erholt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Zwischendividende von 1,88 Euro ausgezahlt
  • Aktienrückkaufprogramm wird fortgesetzt
  • Erste Group erhöht Gewinnprognosen deutlich
  • Kurs erholt sich mit Wochenplus von 5,53 Prozent

ASML hat sich von einem heftigen Kursschock Ende Juli spürbar erholt und zeigt sich operativ unbeeindruckt: Der niederländische Chipausrüster zahlte am Mittwoch seine angekündigte Zwischendividende für 2026 von 1,88 Euro pro Aktie aus und setzte parallel sein laufendes Aktienrückkaufprogramm fort. Gleichzeitig haben mehrere Analysehäuser ihre Gewinnschätzungen zuletzt kräftig angehoben. Die Kombination aus laufender Kapitalrückführung und wachsendem Vertrauen der Analysten liefert Anlegern nach den turbulenten Wochen eine Bestätigung der fundamentalen Stärke des Unternehmens.

Der Auslöser der Turbulenzen

Am 27. Juli waren die ASML-Aktien zeitweise um bis zu acht Prozent eingebrochen und beendeten den Handelstag mit einem Minus von rund sechs Prozent, nachdem ein Medienbericht meldete, ein Unternehmen aus Schanghai habe begonnen, Immersions-DUV-Lithografiesysteme zu fertigen. Berichten zufolge hatte das namentlich nicht genannte Unternehmen Entwicklerteams aus mehreren chinesischen Firmen zusammengezogen, darunter Shanghai Yuliangsheng Technology. Der Schock griff am Folgetag auf die gesamte Sektorlandschaft über: Auch die Aktien von Applied Materials, Lam Research und KLA Corp verloren zeitweise rund sieben Prozent, da der Bericht mit der Beratung des US-Kongresses über den sogenannten MATCH Act zusammenfiel, ein Gesetzesvorhaben, das chinesischen Käufen und der Wartung genau solcher DUV-Maschinen einen Riegel vorschieben soll.

Analysten relativierten die Tragweite rasch. Selbst wenn China im kommenden Jahr zwanzig heimische Systeme erfolgreich in Betrieb nehmen würde, ließe sich der ASML-Umsatz nach einer Berechnung eines Analysten lediglich um schätzungsweise 1,4 Milliarden Euro drücken – etwa 2,4 Prozent des erwarteten Konzernumsatzes. Ein weiterer Analyst betonte, die Fertigung einzelner Immersions-DUV-Geräte sei nicht mit einer Massenproduktion für die Chipfertigung gleichzusetzen. CFO Roger Dassen hatte bereits am 17. Juli erklärt, China werde 2026 rund 20 Prozent zum Nettoumsatz von ASML beitragen, während in den USA gleichzeitig politischer Druck für strengere Exportkontrollen bei Chipfertigungsausrüstung wächst.

Kapitalrückgaben laufen unbeirrt weiter

Trotz der Verwerfungen hält ASML an seiner Ausschüttungspolitik fest. Die am Mittwoch gezahlte Zwischendividende von 1,88 Euro je Aktie war bereits mit den Quartalszahlen am 15. Juli angekündigt worden. Zusätzlich meldete das Unternehmen am 3. August im Rahmen der EU-Marktmissbrauchsverordnung erneut Transaktionen aus seinem laufenden Rückkaufprogramm, das am 28. Januar gestartet worden war – nach ähnlichen Meldungen bereits am 20. und 27. Juli. Solche regelmäßigen Offenlegungen deuten auf ein kontinuierlich fortgeführtes Rückkaufvolumen hin, unabhängig von den kurzfristigen Kursausschlägen der vergangenen Wochen.

Analysten heben Schätzungen an

Die Erste Group hob ihre Gewinnprognosen für ASML deutlich an: Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet das Institut nun einen Gewinn je Aktie von 44,50 US-Dollar statt zuvor 36,94 US-Dollar, für 2027 rechnet es mit 61,40 US-Dollar gegenüber vormals 50,60 US-Dollar – Werte, die den breiteren Marktkonsens teils übertreffen. Am 3. August nahm zudem Bernstein ASML in seine Liste der bevorzugten Investmentideen für das dritte Quartal auf, woraufhin die Aktie im vorbörslichen US-Handel leicht zulegte. Bereits am 29. Juli hatte ein Analyst das Kursziel auf 2.452 Euro angehoben und dabei den technologischen Vorsprung sowie die attraktive Bewertung von ASML als Begründung genannt.

Kursbild und Ausblick

Am Freitag schloss die Aktie bei 1.508,20 Euro, nach einem Plus von 1,45 Prozent auf Tagesbasis. Auf Wochensicht steht ein Anstieg von 5,53 Prozent zu Buche – ein Zeichen der Erholung nach dem Schock Ende Juli. Zum 52-Wochen-Hoch von 1.748,00 Euro, erreicht Ende Juni, fehlen der Aktie aktuell noch 13,72 Prozent. Fundamental bleibt die Basis intakt: ASML hatte den Umsatzausblick für das Gesamtjahr 2026 zuletzt auf 43 bis 45 Milliarden Euro angehoben und für das dritte Quartal einen Nettoumsatz zwischen 11 und 12 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Rückenwind liefert auch die Kundenseite: Der Großkunde TSMC meldete für Juni einen Umsatzsprung von 68 Prozent, getragen von starker Nachfrage nach KI-Chips. Die nächsten konkreten Zahlen liefert ASML am 14. Oktober mit den Ergebnissen für das dritte Quartal 2026.

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Diskussion zu ASML Holding

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.