Ein US-Gesetz könnte ASML den letzten verbliebenen Zugang zum chinesischen Markt kosten. Der MATCH Act hat am 22. April den Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten im Repräsentantenhaus passiert — als Teil des nach Angaben der Abgeordneten größten Exportkontroll-Pakets in der Geschichte des Kongresses.
DUV-Lithografie im Visier
Der MATCH Act zielt direkt auf Deep-Ultraviolet-Immersionslithografie. Das ist genau die Technologie, die China nicht selbst herstellen kann — und ASMLs wichtigstes Produkt. Eine ursprünglich enthaltene Beschränkung für kryogene Ätzwerkzeuge fiel in einem Änderungsantrag heraus. DUV-Lithografieanlagen bleiben als einzige Kategorie mit einem landesweiten Verkaufsverbot für China übrig.
Das Gesetz gibt den Niederlanden und Japan 150 Tage Zeit, ihre Exportregeln an US-Standards anzupassen. Scheitert die Diplomatie, kann Washington die Foreign Direct Product Rule ausweiten. Dann hätten die USA Zugriff auf jede Anlage, die auch nur ein US-Bauteil enthält — unabhängig davon, wo sie gebaut wurde.
Wie groß ist das Risiko?
China war 2025 ASMLs größter Einzelmarkt und machte 33 Prozent des Gesamtumsatzes aus. ASML hat bereits vorgesorgt: Die eigene Prognose rechnet damit, dass China 2026 nur noch rund 20 Prozent beisteuert — ein Rückgang, der bestehende Beschränkungen widerspiegelt.
Ben Barringer, Technologieanalyst bei Quilter Cheviot, schätzt den direkten Schaden überschaubar ein. Die betroffenen älteren DUV-Anlagen machen etwa 10 bis 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus. China kauft davon rund die Hälfte. Unterm Strich: ein Umsatzrückgang von etwa fünf Prozent — der sich mit der Zeit abschwächen dürfte.
Hinzu kommt: Der MATCH Act muss noch das gesamte Repräsentantenhaus und den Senat passieren. Monate können vergehen, bevor er Gesetz wird.
Gegengewicht: KI-Nachfrage und Mistral-Investment
ASMLs eigene Prognose für 2026 liegt bei 36 bis 40 Milliarden Euro Umsatz und einer Bruttomarge zwischen 51 und 53 Prozent. Das Management betont, diese Spanne berücksichtige bereits mögliche Szenarien rund um Exportkontrollen.
Rückenwind kommt von der KI-Nachfrage. Taiwan Semiconductor plant Investitionen nahe dem oberen Ende seiner Capex-Spanne — ein Plus von rund 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das treibt die Nachfrage nach ASMLs EUV-Anlagen, die von den US-Beschränkungen nicht betroffen sind.
Abseits der Lithografie fällt ein weiterer Schritt auf. ASML ist als Portfolioinvestor an Mistral AI beteiligt, dem französischen KI-Unternehmen. Der Singapurer Telekommunikationskonzern Singtel hat nun eine Partnerschaft mit Mistral geschlossen, um Singapurs KI-Infrastruktur auszubauen — in Bereichen wie Finanzen, Gesundheit und öffentliche Verwaltung. ASMLs Beteiligung verleiht dem Projekt industrielle Glaubwürdigkeit.
Die Aktie notiert bei rund 1.190 Euro und liegt damit knapp acht Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von über 20 Prozent. Entscheidend für den weiteren Verlauf wird sein, wie die niederländische Regierung auf das 150-Tage-Fenster reagiert — und ob Washington tatsächlich zur Unilateralität greift.
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