Startseite » Aktien » ASML: 12 Milliarden für Rückkäufe bis 2028

ASML: 12 Milliarden für Rückkäufe bis 2028

ASML-Chef warnt vor Europas Bedeutungsverlust, während der Konzern eigene Aktien im Milliardenwert zurückkauft und vom KI-Boom profitiert.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Management kritisiert Überregulierung in Europa
  • Milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm bis 2028
  • KI-Investitionen kompensieren China-Rückgang
  • Aktie nahe 52-Wochen-Hoch notiert

Die Kassen sind voll, die Auftragsbücher für KI-Infrastruktur quellen über. Bei ASML läuft das operative Geschäft auf Hochtouren. Parallel dazu schlägt das Management nun ungewohnt laute Töne an. Der Chef des wertvollsten europäischen Technologiekonzerns warnt eindringlich vor dem schleichenden Bedeutungsverlust des Standorts Europa.

An der Börse zeigt sich ein entspannteres Bild. Die ASML-Aktie notiert aktuell bei rund 1.301 Euro und damit nur knapp unter dem frischen 52-Wochen-Hoch von Anfang Mai. Seit Jahresbeginn steht ein sattes Plus von über 31 Prozent auf der Anzeigetafel. Ein leichter Tagesverlust ändert an diesem starken Aufwärtstrend wenig.

Weckruf der europäischen Tech-Elite

Zusammen mit den Führungskräften von sechs weiteren europäischen Schwergewichten wie SAP, Airbus und Siemens fordert ASML ein schnelles Umdenken der Politik. Die Allianz veröffentlichte einen gemeinsamen Aufruf in mehreren europäischen Tageszeitungen. Die Kernbotschaft ist unmissverständlich. Europa verliere durch Überregulierung und zersplitterte Märkte täglich an globaler Wettbewerbsfähigkeit.

Die Unterzeichner repräsentieren zusammen einen Börsenwert von fast 1,1 Billionen Euro. Sie kritisieren besonders die langwierigen bürokratischen Prozesse. Während andere Regionen künstliche Intelligenz längst in physische Systeme und Robotik integrieren, debattiert Europa noch immer über die passenden Gesetze. Die Konzerne fordern eine koordinierte Industriepolitik und Reformen bei den Fusionsregeln.

Milliarden für Aktienrückkäufe

Ungeachtet der politischen Sorgen setzt der Chipanlagenbauer seine Kapitalrückflüsse konsequent fort. Allein in der ersten Maiwoche erwarb ASML knapp 63.000 eigene Papiere. Das tägliche Volumen lag bei rund 16 Millionen Euro.

Diese Transaktionen sind Teil eines groß angelegten Rückkaufprogramms. Bis 2028 will das Unternehmen eigene Anteile im Wert von bis zu zwölf Milliarden Euro vom Markt nehmen. Bereits im ersten Quartal flossen dafür rund 1,1 Milliarden Euro. Die meisten dieser Papiere werden anschließend vernichtet.

KI-Boom gleicht China-Risiken aus

Das finanzielle Fundament für diese Ausschüttungen bleibt massiv. Im ersten Quartal erwirtschaftete ASML einen Nettogewinn von 2,8 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand einen Umsatz zwischen 36 und 40 Milliarden Euro an. Das Monopol bei EUV-Lithografiesystemen zahlt sich aus.

Dabei verschiebt sich die Kundenstruktur deutlich. Der Umsatzanteil in China dürfte im laufenden Jahr auf etwa 20 Prozent sinken, nachdem mögliche neue US-Exportbeschränkungen das Geschäft belasten. Die gigantischen Investitionen amerikanischer Tech-Konzerne in neue KI-Infrastruktur fangen diesen Rückgang jedoch mühelos auf. Solange Großkunden wie TSMC und Samsung ihre Kapazitäten rasant ausbauen, bleibt die Nachfrage nach den niederländischen Maschinen hoch.

Diskussion zu Asml

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.