Kein europäisches Unternehmen war je mehr wert. ASML hat diese Woche Geschichte geschrieben — und das Rückkaufprogramm läuft dabei wie ein Uhrwerk im Hintergrund.
Rekordmarktkapitalisierung trifft Milliarden-Buyback
Die Aktie des niederländischen Chipausrüsters kletterte am Mittwoch auf ein 52-Wochen-Hoch von 1.498,80 Euro und schloss bei 1.487,40 Euro. Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet rund 674 Milliarden Dollar übertrumpft ASML damit den bisherigen europäischen Rekordhalter Novo Nordisk, der die Bestmarke im Juni 2024 gesetzt hatte. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 50 Prozent zugelegt — getrieben von der KI-Infrastruktur-Welle, die den Bedarf an Hochleistungs-Chipfertigungsanlagen befeuert.
Parallel dazu läuft ein bis zu 12 Milliarden Euro schweres Aktienrückkaufprogramm für die Jahre 2026 bis 2028. Allein im ersten Quartal kaufte ASML Aktien im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro zurück. Den Großteil der erworbenen Papiere will das Unternehmen einziehen — was die Aktienanzahl schrittweise reduziert und den Gewinn je Aktie stützt.
Analysten und Institutionelle ziehen mit
JP Morgan hob das Kursziel Anfang Juni auf 2.200 Dollar an, von zuvor 1.813 Dollar, und bestätigte die Einstufung „Overweight“. Morgan Stanley zog nach und erhöhte sein Ziel auf 1.660 Euro, ebenfalls von 1.400 Euro. Von 38 bei Investing.com erfassten Analysten empfiehlt aktuell nur einer den Verkauf der Aktie — der Rest steht auf „Strong Buy“.
Institutionelle Investoren positionieren sich neu. Im ersten Quartal erhöhten 1.087 Fonds ihre ASML-Positionen, während 918 reduzierten. FMR LLC verdoppelte seinen Bestand nahezu und kaufte rund 1,6 Millionen Aktien hinzu. Capital International Investors hingegen trennte sich von fast 1,6 Millionen Aktien — ein Abbau um 48 Prozent, der einem Verkaufsvolumen von rund 2,1 Milliarden Dollar entspricht. Die Zahl der Hedgefonds mit ASML im Portfolio stieg von 101 auf 133.
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Solide Zahlen, ein echter Risikofaktor
Die Bewertung ist nicht ohne Fundament. Im ersten Quartal 2026 erzielte ASML einen Umsatz von 8,767 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 53 Prozent und einem operativen Ergebnis von 3,158 Milliarden Euro. Die Jahresumsatzprognose hat das Management auf 36 bis 40 Milliarden Euro angehoben.
Das entscheidende Risiko bleibt die Exportkontrollpolitik. Chinas Beschränkungen bei Seltenen Erden — kritisch für ASMLs Hochpräzisionsoptik und Hochleistungsmagnete — könnten Produktionsverzögerungen und Milliardenverluste verursachen. CEO Christophe Fouquet erklärte, die Bandbreite der Jahresprognose berücksichtige mögliche Szenarien aus den laufenden Exportkontroll-Verhandlungen.
Im Juli folgen die nächsten Quartalszahlen. Dann dürfte sich zeigen, wie schnell die Auslieferungen der High-NA-EUV-Systeme — der teuersten und leistungsfähigsten Maschinen im Portfolio — tatsächlich anlaufen.
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