Der Chipausrüster ASML baut seine Dominanz weiter aus. Während Konkurrenten mit schwachen Prognosen kämpfen, überraschen die Niederländer den Markt mit einer unerwarteten Flexibilität in der Fertigung. Die hartnäckigen Engpässe bei den entscheidenden EUV-Lithografiesystemen scheinen sich aufzulösen. Das treibt nicht nur die Analysten zu neuen Superlativen, sondern schiebt auch den Kurs in historische Höhen.
Analysten heben Kursziele massiv an
Führende Investmentbanken reagieren prompt auf die verbesserte Produktionslage. Im Zentrum steht die Erkenntnis, dass ASML deutlich schneller auf die explodierende KI-Nachfrage reagieren kann als bisher angenommen.
- BofA Securities: Kursziel auf 1.921 Euro angehoben. Die Experten rechnen mit einer deutlich höheren Produktionskapazität von über 90 EUV-Systemen.
- JPMorgan: Ziel für die US-notierten ADRs von 1.813 auf 2.200 US-Dollar massiv erhöht.
- Barclays: Neues Kursziel bei 1.900 Euro, gestützt durch aggressive Personalaufbau-Daten bei ASML und dem strategischen Partner Zeiss.
Volle Auftragsbücher und stabile Margen
Die Visibilität für das langfristige Wachstum reicht mittlerweile bis in das Jahr 2028. Ein wesentlicher Treiber bleibt die anlaufende kommerzielle Nutzung der High-NA EUV-Systeme, die für künftige Hochleistungschips unverzichtbar sind. Parallel dazu stützt die anziehende Nachfrage nach Speicherchips in China das operative Geschäft.
Für das Geschäftsjahr 2026 hält das Management an einem anvisierten Umsatzkorridor von bis zu 40 Milliarden Euro fest. Die Bruttomarge lag im ersten Quartal stabil bei 53 Prozent. Aktionäre profitieren von einer deutlich angehobenen Dividende sowie einem milliardenschweren Rückkaufprogramm.
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Rekordhoch in greifbarer Nähe
An der Börse spiegelt sich diese operative Stärke eindrucksvoll wider. Mit einem Schlusskurs von 1.515,00 Euro trennt das Papier nur noch ein Wimpernschlag vom Allzeithoch. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie einen Wertzuwachs von gut 53 Prozent.
Mit einer Marktkapitalisierung von rund 691 Milliarden Dollar festigt ASML seine Position als wertvollster Technologiekonzern Europas. Technische Indikatoren signalisieren zwar einen kurzfristig überkauften Zustand. Der enorme Abstand zur 200-Tage-Linie bei 1.061,67 Euro unterstreicht jedoch den massiven Aufwärtstrend.
Einziger Unsicherheitsfaktor bleibt die Preispolitik. Großkunden wie TSMC zögern noch, die teuren High-NA EUV-Systeme flächendeckend einzusetzen. Die neue Partnerschaft mit Tata Electronics in Indien eröffnet den Niederlanden jedoch bereits den nächsten strategischen Wachstumsmarkt abseits der etablierten Zentren.
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