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Aroundtown Aktie: 250 Millionen Euro für Rückkäufe

Aroundtown beendet den Rückkauf eigener Aktien, meldet stabile Halbjahresmieten und einen niedrigeren FFO I wegen höherer Finanzierungskosten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • 98,4 Millionen Aktien zurückerworben
  • Nettomieten bleiben im Halbjahr stabil
  • FFO I sinkt um vier Prozent
  • First Berlin reduziert das Kursziel

Rückerwerb von über sechs Prozent der Anteile

Aroundtown hat gestern den Abschluss seines im Januar 2026 gestarteten Aktienrückkaufprogramms bekannt gegeben. Das Immobilienunternehmen erwarb insgesamt 98.440.122 eigene Anteile zurück, was einem Anteil von rund 6,4 Prozent des Grundkapitals entspricht. Das Gesamtvolumen der Transaktionen belief sich auf 250 Millionen Euro, wobei der volumengewichtete Durchschnittspreis bei 2,5396 Euro je Aktie lag. Trotz dieser stabilisierenden Kapitalmaßnahme bleibt der Kurs unter Druck: Das Papier markierte gestern mit 1,98 Euro ein neues 52-Wochen-Tief.

Stabile Mieteinnahmen bei steigenden Finanzierungskosten

Die am Mittwoch vorgelegten Zahlen für das erste Halbjahr 2026 zeigen eine operative Stabilität im Kerngeschäft. Die Nettomieteinnahmen beliefen sich auf 591 Millionen Euro und lagen damit auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Auch das bereinigte EBITDA blieb mit 500 Millionen Euro konstant. Dennoch verzeichnete der operative Gewinn aus der Vermietung (FFO I) einen Rückgang um 4 Prozent auf 144 Millionen Euro. Als Hauptgrund für diese Entwicklung nannte Aroundtown die gestiegenen Finanzierungskosten. Strategisch hat das Unternehmen seine Position innerhalb der Gruppe gefestigt und den Anteil an der Tochtergesellschaft Grand City Properties zum Berichtsstichtag auf 84 Prozent ausgebaut, nachdem dieser zu Beginn des Jahres noch bei 62,5 Prozent gelegen hatte.

Immobilienverkäufe und Schuldentilgungen im Fokus

Um die Bilanz in einem volatilen Umfeld zu stärken, hat das Management im ersten Halbjahr Immobilienveräußerungen im Wert von 350 Millionen Euro abgeschlossen. Diese Verkäufe erfolgten nach Unternehmensangaben annähernd zu den Buchwerten. Weitere Veräußerungen mit einem Volumen von 390 Millionen Euro wurden bereits unterzeichnet. Parallel dazu optimiert Aroundtown seine Verbindlichkeiten: Seit Jahresbeginn wurden neue Anleihen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro platziert, während gleichzeitig Schulden im Umfang von 2,3 Milliarden Euro getilgt wurden. Die Verschuldungskennzahl Loan-to-Value (LTV) stieg leicht auf 43 Prozent an, was unter anderem auf die Aktienrückkäufe und strategische Investitionen zurückzuführen ist.

Analysten reagieren auf aktuelle Geschäftsentwicklung

Die jüngsten Meldungen führten zu angepassten Bewertungen durch Finanzexperten. Gestern senkte das Analysehaus First Berlin das Kursziel für die Aktie von 4,10 Euro auf 3,80 Euro, behielt jedoch die Einstufung auf „Buy“ bei. Die Analysten verwiesen auf ein langsameres externes Wachstum und gestiegene Kapitalkostenschätzungen. Medienberichten zufolge bleibt die Stimmung am Markt jedoch uneinheitlich. Während einzelne Häuser ihre Kaufempfehlungen am Mittwoch bekräftigten, bestätigte die Investmentbank Jefferies zeitgleich eine Verkaufsempfehlung mit einem Kursziel von 2,00 Euro.

Für das Gesamtjahr 2026 hält Aroundtown an seiner Prognose fest und erwartet einen FFO I zwischen 275 Millionen Euro und 305 Millionen Euro. Die geplante Dividende wird in einer Spanne von 0,12 Euro bis 0,135 Euro je Aktie in Aussicht gestellt.

Mit dem aktuellen Kurs von 2,00 Euro summiert sich der Wertverlust des Titels seit Jahresbeginn auf 25 Prozent. Die nächsten detaillierten Einblicke in die Geschäftsentwicklung werden für den 25. November erwartet, wenn das Unternehmen seine Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlicht.

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Diskussion zu Aroundtown

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.