Arm Holdings hat die Chipbranche in den vergangenen Monaten dominiert. Mit einem Kursplus von fast 293 Prozent seit Jahresbeginn markierte die Aktie am 18. Juni ein Rekordhoch. Nun mehren sich die Stimmen, die vor einer Überhitzung warnen.
Analysten mahnen zur Vorsicht
New Street Research stufte den Titel am 18. Juni von „Kaufen“ auf „Neutral“ herab. Die Experten sehen nach der massiven Rallye kaum noch Spielraum für weitere Sprünge. Aktuell kostet die Aktie 385,00 Euro.
Die technische Überhitzung zeigt sich auch in den Kennzahlen. Der Relative-Stärke-Index liegt bei knapp 70 Punkten, was oft als Warnsignal gilt. Der Kurs notiert zudem rund 64 Prozent über seinem Durchschnitt der letzten 50 Tage.
Trotz der Herabstufung bleibt das allgemeine Stimmungsbild positiv. Mizuho und die Bernstein SocGen Group hoben ihre Kursziele zuletzt auf 500 Dollar an. Rund 83 Prozent der Analysten raten weiterhin zum Einstieg.
Strategiewechsel zum KI-Produzenten
Der Konzern bricht mit seinem alten Geschäftsmodell. Bisher lizenzierte Arm vor allem Designs an andere Hersteller. Nun entwickelt das Unternehmen eigene Prozessoren für KI-Rechenzentren. Die neue AGI-CPU soll speziell komplexe Aufgaben in der Cloud beschleunigen.
Die technologische Basis ist gewaltig. Mehr als 350 Milliarden Chips auf Arm-Basis wurden bisher weltweit ausgeliefert. In fast jedem Smartphone steckt heute Technologie des Unternehmens. Diese Marktmacht will der Vorstand nun auf den Bereich der künstlichen Intelligenz übertragen.
Prominente Partner unterstützen diesen Kurs. Meta Platforms entwickelt die Chips gemeinsam mit Arm. Weitere Kunden wie OpenAI, SAP und Oracle Cloud haben sich bereits für das neue Ökosystem angemeldet.
Der finanzielle Ausblick ist ambitioniert. In fünf Jahren will Arm jährlich 15 Milliarden Dollar mit eigenen KI-Chips umsetzen. Die Nachfrage für die kommenden zwei Geschäftsjahre liegt bereits bei zwei Milliarden Dollar.
Das Rechenzentrum-Segment dürfte bald zur wichtigsten Erlösquelle aufsteigen. Anleger achten nun auf die ersten Auslieferungen der AGI-Serie im kommenden Jahr.
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