Der britische Chip-Designer Arm hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 die Erwartungen der Analysten übertroffen und einen neuen Rekordumsatz für diesen Zeitraum erzielt. Das Unternehmen profitiert dabei massiv von der steigenden Nachfrage nach spezialisierten Prozessoren für Künstliche Intelligenz (KI) und einer starken Expansion im Bereich der Rechenzentren. Während das klassische Smartphone-Geschäft weiterhin Schwächen zeigt, treibt die hohe Nachfrage nach der neuen AGI-CPU-Architektur die Pipeline des Konzerns auf ein Volumen von über zwei Milliarden US-Dollar.
Rekordumsatz durch KI-Lizenzgeschäft
In dem am 30. Juni 2026 beendeten ersten Geschäftsquartal steigerte Arm seinen Gesamtumsatz um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 1,29 Milliarden US-Dollar. Damit lag das Unternehmen über dem Marktkonsens, der bei etwa 1,26 Milliarden US-Dollar angesiedelt war. Besonders dynamisch entwickelten sich die Lizenzeinnahmen, die um 23 Prozent auf 574 Millionen US-Dollar kletterten. Auch die Royalties — die Lizenzgebühren pro verkauftem Chip — stiegen um 22 Prozent auf 715 Millionen US-Dollar.
Der bereinigte Gewinn pro Aktie (Non-GAAP EPS) belief sich auf 0,45 US-Dollar, was einem Zuwachs von 29 Prozent entspricht. Die operative Stärke wurde maßgeblich durch die Verdopplung der Lizenzgebühren aus dem Bereich der Rechenzentren getragen. Arm kompensiert damit die aktuellen Herausforderungen im Mobilfunkmarkt, wo steigende Speicherkosten die Nachfrage dämpfen. Im heutigen Handel notiert das Papier bei 208,00 €, nachdem es seit Jahresbeginn bereits um 120,81 % zulegen konnte.
Expansion im lukrativen Server-Markt
Ein zentraler Pfeiler der Wachstumsstrategie ist die Neoverse-Plattform, die inzwischen mehr als 1,5 Milliarden Kerne in der Industrie umfasst. Laut Daten der UBS konnte Arm seinen Marktanteil bei Server-CPUs im ersten Quartal 2026 um 140 Basispunkte auf 17,7 Prozent steigern. Während der Marktführer Intel Anteile verlor, profitiert Arm von der verstärkten Nutzung seiner Architektur durch Cloud-Giganten wie Google (Axion-Chips), AWS (Graviton5) und Microsoft (Cobalt 200).
Für die kommenden Geschäftsjahre 2027 und 2028 sieht das Management eine Nachfrage nach der neuen AGI-CPU-Generation von über zwei Milliarden US-Dollar. Für das laufende Geschäftsjahr wurde bereits eine Kapazität für Umsätze in Höhe von einer Milliarde US-Dollar gesichert. Die Analysten von Barchart verweisen zudem auf ein durchschnittliches Kursziel von etwa 288,78 US-Dollar, warnen jedoch vor der hohen Bewertung der Aktie, die gemessen an den erwarteten Gewinnen ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 100 aufweist. Trotz der fundamentalen Erfolge notiert der Kurs derzeit rund 47,14 % unter seinem 52-Wochen-Hoch vom Juni.
Strategische Investition in KI-Infrastruktur
Parallel zu den Geschäftszahlen wurde bekannt, dass Arm sich an einer massiven Finanzierungsrunde für das britische KI-Chip-Startup Olix beteiligt hat. Das junge Unternehmen sicherte sich am heutigen Montag in einer Serie-B-Runde 312 Millionen US-Dollar, wobei die Bewertung auf 3,3 Milliarden US-Dollar stieg. Zu den weiteren Investoren zählen unter anderem Reed Hastings und der britische Sovereign AI Fund. Olix entwickelt spezialisierte Inferenz-Chips, die ohne den knappen HBM-Speicher auskommen und stattdessen auf optische Verbindungstechnologien setzen.
Für das laufende zweite Quartal gibt Arm einen optimistischen Ausblick: Das Unternehmen erwartet einen Umsatz zwischen 1,33 und 1,43 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn pro Aktie soll in einer Spanne von 0,43 bis 0,51 US-Dollar liegen. Während Medienberichten zufolge einige institutionelle Investoren wie Cetera Investment Advisers ihre Bestände zuletzt leicht reduzierten, stockten andere Adressen wie State Street ihre Positionen deutlich auf. Die Mehrheit der Analysten bleibt mit 18 „Buy“-Empfehlungen gegenüber einer einzigen Verkaufsempfehlung konstruktiv für den weiteren Geschäftsverlauf.
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