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Arm Aktie: 2 Milliarden Dollar Vorbestellungen

Bank of America hebt Kursziel für Arm deutlich an. Agentic AI verschiebt Hardware-Anforderungen hin zu CPUs, was Arm-Prozessoren begünstigt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursplus von über elf Prozent
  • Kursziel auf 335 Dollar erhöht
  • Kooperation mit Super Micro Computer
  • Umsatzplus von 20 Prozent im Quartal

Ein Kursplus von über elf Prozent an einem einzigen Handelstag — Arm hat eine bemerkenswerte Woche hinter sich. Hinter dem Sprung auf 329,00 Euro steckt mehr als eine Analystenmeinung: Es ist eine fundamentale Neubewertung dessen, wohin die KI-Entwicklung die Chip-Architektur treibt.

Bank of America dreht am Kursziel-Rad

Bank of America hob ihr Kursziel für Arm um 37 Prozent an — von 245 auf 335 Dollar. Die Begründung: Chiplet-Architekturen gewinnen an Bedeutung, und die Nachfrage nach maßgeschneiderten KI-Designs steigt rasant.

Der entscheidende Begriff dabei ist „Agentic AI“. Gemeint sind KI-Systeme, die eigenständig handeln — ohne ständige menschliche Eingabe. Diese Systeme stellen andere Anforderungen an die Hardware als klassische KI-Workloads. Während herkömmliche Anwendungen stark auf GPUs setzen, braucht Agentic AI deutlich mehr CPUs. Das aktuelle Verhältnis von acht GPUs pro CPU könnte sich laut BofA in Richtung Parität verschieben. Arm-Prozessoren sind in diesem Umfeld besonders effizient. Kein Wunder, dass das die Fantasie der Anleger beflügelt.

Partnerschaft, Vorbestellungen, Nvidia-Pläne

Arm hat parallel eine Kooperation mit Super Micro Computer angekündigt. Gemeinsam entwickeln beide Unternehmen eine neue Serverklasse auf Basis von Arms AGI-CPUs. Vorbestellungen für die Geschäftsjahre 2027 und 2028 sollen bereits die Marke von zwei Milliarden Dollar überschreiten.

Ferner plant Nvidia, Arm-basierte „Vera“-Server-CPUs ab August auf dem chinesischen Markt einzuführen. Das Ziel: eine wettbewerbsfähige Alternative zu x86-Architekturen — und ein Weg, die Exportbeschränkungen für High-End-KI-Beschleuniger zu umgehen.

Zahlen, die die Bewertung stützen

Das jüngste Quartal lieferte Rückenwind. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz um 20 Prozent auf 1,49 Milliarden Dollar. Die Lizenzerlöse legten um 29 Prozent auf 819 Millionen Dollar zu. Royalty-Einnahmen wuchsen um elf Prozent auf 671 Millionen Dollar.

Für das Gesamtjahr erzielte Arm 4,92 Milliarden Dollar Umsatz — ein Plus von 23 Prozent. Besonders auffällig: Royalties aus Rechenzentrumsanwendungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

Wall Street bleibt gespalten

Die Kursreaktion war eindeutig, die Analystenmeinungen sind es nicht. Mizuho hat ein aggressives Kursziel von 425 Dollar ausgegeben. Barclays und KeyBanc liegen mit 360 beziehungsweise 300 Dollar deutlich darunter. BofA und Benchmark halten trotz des angehobenen Kursziels an einer neutralen Einstufung fest.

Der Grund für die Zurückhaltung liegt auf der Hand: Arm hat seit Jahresbeginn bereits 235 Prozent zugelegt. Das 52-Wochen-Tief von 80 Euro liegt weit zurück. Bis zum Allzeithoch von 368 Euro, das Anfang Juni erreicht wurde, fehlen noch knapp elf Prozent. Ob die nächste Bewährungsprobe dieser Bewertung standhält, zeigt sich spätestens, wenn Arm im Herbst konkrete Zahlen zu den AGI-Chip-Vorbestellungen vorlegt.

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