Arafura Rare Earths hat bei der Vorlage der Jahreszahlen für das Geschäftsjahr 2026 den nächsten konkreten Fahrplan für sein Nolans-Projekt vorgelegt. Vorstandschef Darryl Cuzzubbo bestätigte auf der Bilanzkonferenz, dass die Erschließungsarbeiten am Standort in etwa zwei Wochen beginnen sollen.
Der Großauftrag für die Erdarbeiten soll Mitte des kommenden Quartals vergeben werden, mit dem Ziel, ihn bis Mitte nächsten Jahres abzuschließen, damit anschließend die Betonarbeiten starten können.
Im Zentrum der Mitteilungen steht die Finanzierung des Projekts. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben mehr als 930 Millionen Australische Dollar an Eigenkapital eingesammelt, unter anderem mit strategischen Beteiligungen der National Reconstruction Fund Corporation, der Export Finance Australia und des deutschen Rohstofffonds KfW. Damit sei das Nolans-Projekt vollständig finanziert.
Zum Jahresende hielt Arafura Barmittel und Termineinlagen von 723 Millionen Australische Dollar, inklusive einer zweiten Tranche einer Platzierung im Mai, die im Juli abgerechnet wurde.
Letzte Genehmigungen noch ausstehend
Trotz der weit fortgeschrittenen Kapitalstruktur bleibt ein Unsicherheitsfaktor bestehen: Arafura wartet noch auf finale Kreditzusagen einer kleinen Zahl von Kreditgebern, um den vertraglichen Abschluss der Projektfinanzierung zu erreichen. Dieser sogenannte Contractual Close wird für Oktober erwartet, im selben Monat soll auch die Abwicklung der strategischen Kapitalzusagen erfolgen.
Im Mai hatte das Unternehmen bereits langfristige Dokumentationen für Wandelanleihen über 200 Millionen Australische Dollar mit NROC unterzeichnet, im März folgten verbindliche Zeichnungsvereinbarungen über insgesamt 230 Millionen Australische Dollar mit KfW und Export Finance Australia.
Parallel zur Finanzierung meldete Arafura Fortschritte bei der Vermarktung. Das Unternehmen hat einen verbindlichen Term Sheet für ein Offtake-Geschäft mit Traxys North America über 500 Tonnen Neodym-Praseodym-Oxid sowie 700 Tonnen Dysprosium und Terbium abgeschlossen.
Eine indische Unternehmensgruppe hat sich in einem weiteren Term Sheet zusätzliche 500 Tonnen NdPr sowie 7 Tonnen pro Jahr an Dysprosium und Terbium gesichert. Insgesamt verweist Arafura auf Abnahmeabkommen in fünf Ländern sowie exportkreditversicherte Finanzierungszusagen aus ebenfalls fünf Ländern – aus Sicht des Unternehmens ein Beleg für breite internationale und staatliche Unterstützung.
Erste Produktion erst Ende 2029
Der Zeitplan bis zur eigentlichen Wertschöpfung bleibt lang. Die Bauabnahme wird gegen Ende 2029 erwartet, gefolgt von einer zweijährigen Inbetriebnahme- und Hochlaufphase. Die erste Produktion soll demnach ebenfalls Ende 2029 anlaufen, die volle Nennkapazität wird erst Ende 2031 oder Anfang 2032 erreicht. Bis dahin muss Arafura sowohl die Bauausführung als auch das Marktumfeld im Griff behalten.
Immerhin gibt es hier positive Signale: Laut Unternehmensangaben haben die Preise für Neodym-Praseodym-Oxid zuletzt spürbar angezogen, unterstützt durch neu eingeführte Preisuntergrenzen in den USA und Japan, die für ein transparenteres Preisumfeld sorgen sollen.
Zudem hat Arafura durch Designänderungen und Optimierungen im Bauablauf mögliche Kapitaleinsparungen von rund 200 Millionen Australische Dollar identifiziert – ein Polster gegen die Inflationsrisiken, die ein Projekt dieser Größenordnung über Jahre hinweg begleiten.
Das Unternehmen positioniert das Nolans-Projekt als weltweit einziges Ore-to-Oxide-Seltenerdprojekt, das sich derzeit im Bau befindet – ein strategischer Vorteil, um Lieferketten außerhalb chinesischer Kontrolle aufzubauen. Ob sich dieser Anspruch in barer Münze auszahlt, entscheidet sich erst, wenn die letzten Kreditzusagen unterschrieben sind und die Bagger tatsächlich anrollen.
An der Börse notiert die Aktie bei 0,1199 Euro und damit rund 8,5 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 0,1311 Euro – ein Zeichen dafür, dass Anleger die offenen Finanzierungsfragen trotz der umfangreichen Fortschritte noch nicht vollständig ausgepreist haben.
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