Arafura Rare Earths hat sich am heutigen Montag auf dem Diggers & Dealers Mining Forum präsentiert und dabei die Finanzierungsstruktur seines Nolans-Projekts bekräftigt. Das Unternehmen hatte diese Struktur bereits vor rund zwei Monaten mit der finalen Investitionsentscheidung fixiert. Der Baubeginn ist nun für den kommenden Monat, also September, terminiert.
Finanzierungspaket seit der Investitionsentscheidung
Für das Nolans-Projekt stehen laut den Angaben aus der Konferenzpräsentation mehr als eine Milliarde US-Dollar an Fremdkapital sowie 800 bis 900 Millionen US-Dollar an Eigenkapital bereit. Hinzu kommen weitere 462 Millionen US-Dollar an zusätzlicher Unterstützung. Getragen wird das Paket von Exportkreditagenturen und Regierungen aus Australien, Kanada, Korea, der EU mit Deutschland sowie den USA. Als EPCM-Dienstleister fungiert Hatch. Nach Angaben aus der Präsentation entsprechen die vorhandenen Cashreserven inzwischen etwa der Marktkapitalisierung des Unternehmens – ein Hinweis auf die finanzielle Deckung des Projekts in dieser Bauphase.
CEO Darryl Cuzzubbo äußerte sich auf der Konferenz zuversichtlich zur weiteren Kursentwicklung: „Wir erwarten eine signifikante Neubewertung“, sagte er laut einem Bericht von Investing.com. Mit sinkendem Baurisiko, so die Erwartung, dürfte sich die Bewertung der Aktie dem Projektwert schrittweise annähern.
Zwei Bauphasen und breite Abnehmerbasis
Das Nolans-Projekt ist auf ein Minenleben von 38 Jahren ausgelegt, das Erz weist einen NdPr-Gehalt von 26 Prozent auf. In der ersten Phase sollen 4.400 Tonnen NdPr pro Jahr produziert werden – eine Menge, die nach Unternehmensangaben rechnerisch für 4,5 Millionen Elektrofahrzeuge ausreicht. In einer zweiten Ausbaustufe soll die Kapazität auf 10.000 Tonnen jährlich steigen. Arafura verweist zudem auf Offtake-Partner in den USA, Indien, Australien, Korea und der EU und deckt damit nach eigenen Angaben vier von fünf globalen Fertigungsmächten für Magnetmaterialien ab.
Politischer Rückenwind für australische Rohstoffe
Auf derselben Konferenz unterstrich Joe Hockey, ehemaliger australischer Botschafter in den USA, die strategische Bedeutung australischer kritischer Mineralien für die US-Verteidigung. Als Beispiel nannte er ein U-Boot der Virginia-Klasse, das rund zwei Tonnen kritische Mineralien und Seltene Erden benötigt. Die USA hätten ihre Abhängigkeit von China vor vier Jahren erkannt und Australien als vertrauenswürdigen Lieferanten positioniert, unter anderem über ein 2025 geschlossenes Rahmenabkommen mit einer Projektpipeline von 8,5 Milliarden US-Dollar. Diese Entwicklung fällt in eine Phase, in der laut einem Bericht der Economic Times bereits fast ein Drittel der weltweiten Seltenerdproduktion außerhalb Chinas stattfindet und sich der Fokus zunehmend auf schwere Seltene Erden wie Dysprosium und Terbium verschiebt.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse kam die Konferenzbotschaft bislang nicht an. Die Arafura-Aktie verlor im heutigen Handel 4,00 Prozent und notiert bei 0,1104 Euro. Damit liegt der Kurs 62,80 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 0,2968 Euro, das die Aktie im Oktober erreicht hatte. Der Abstand zeigt, wie stark sich die Stimmung gegenüber dem Höhenflug vor rund zehn Monaten eingetrübt hat – trotz eines nach eigenen Angaben vollständig finanzierten Projekts kurz vor Baustart bleibt die Skepsis der Anleger an der Börse vorerst größer als der von Cuzzubbo erwartete Neubewertungseffekt.
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