Mitten in einem freundlichen Marktumfeld bricht Arafura Rare Earths ein. Während der australische Leitindex S&P/ASX 200 am Montag zulegte, verloren Arafura-Aktien elf Prozent auf 27,5 Cent — der Preis, den Anleger für eine massive Kapitalerhöhung zahlen.
Der Hintergrund: Das Unternehmen platziert neue Aktien zu 26 australischen Cent je Anteil. Das entspricht einem Abschlag von 16,1 Prozent auf den letzten Schlusskurs vor dem Handelsstopp am Freitag. Für Bestandsaktionäre bedeutet das eine spürbare Verwässerung — und der Markt quittiert das prompt.
350 Millionen Dollar für das Nolans-Projekt
Die Kapitalerhöhung zielt auf insgesamt 350 Millionen australische Dollar und gliedert sich in zwei Tranchen: Die erste soll 175,5 Millionen einbringen, die zweite 174,5 Millionen — letztere vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre. Hinzu kommt ein Aktienkaufplan für Privatanleger, der bis zu 25 Millionen Dollar zusätzlich einbringen soll. Das Gesamtvolumen der Kapitalmaßnahme könnte damit auf 375 Millionen Dollar steigen.
Größter Einzelzeichner ist Hancock Prospecting, das von Gina Rinehart geführte Bergbaukonglomerat. Hancock investiert 85 Millionen Dollar und erhöht damit seinen Anteil an Arafura von 15,5 auf rund 17,5 Prozent.
Finanzierung des 1,6-Milliarden-Projekts steht
Mit dem frischen Kapital schließt Arafura die letzte Lücke in der Eigenkapitalfinanzierung des Nolans-Projekts im Northern Territory — rund 135 Kilometer nördlich von Alice Springs. Das Gesamtbudget liegt bei 1,6 Milliarden australischen Dollar. Bereits zugesagt hatten der deutsche Rohstoffonds, Export Finance Australia und Australiens National Reconstruction Fund Corporation mit zusammen rund 430 Millionen Dollar sowie Eigenkapital aus dem Vorjahr in Höhe von knapp 481 Millionen Dollar.
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Nach Abschluss der Platzierung erwartet Arafura einen Pro-forma-Kassenbestand von rund 911 Millionen australischen Dollar.
Baustart im September, Produktion ab 2029
Nolans soll Australiens drittgrößte Seltenerden-Operation werden. Die geplante Jahreskapazität liegt bei 4.440 Tonnen Neodym-Praseodym-Oxid — ein Schlüsselmaterial für Elektromotoren und Windkraftanlagen. Bereits jetzt sind 93 Prozent der geplanten Produktion durch verbindliche Abnahmeverträge gebunden, darunter Vereinbarungen mit Hyundai, Kia und Siemens Gamesa.
Den finalen Investitionsbeschluss hat Arafura bereits gefasst. Baustart in Nolans ist für September 2026 geplant, die erste kommerzielle Produktion für Mitte 2029.
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