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AppLovin: BTIG senkt Ziel auf 408 Dollar

Nach enttäuschenden Q2-Zahlen und gesenkten Prognosen fällt die AppLovin-Aktie weiter. Analysten sehen Wachstumsrisiken, während die SEC-Untersuchung abgeschlossen wurde.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • BTIG senkt Kursziel deutlich
  • Aktie nahe 52-Wochen-Tief
  • SEC-Untersuchung ohne Beanstandung beendet
  • Umsatzwachstum verfehlt Erwartungen

AppLovin kommt nicht zur Ruhe. Nur eine Woche nach dem schwachen Ausblick zum zweiten Quartal hat BTIG sein Kursziel für die Aktie am Donnerstag von 574 auf 408 US-Dollar gesenkt, die Einstufung „Buy“ aber bestätigt.

Anlass war ein Investorentreffen am Hauptsitz in Palo Alto, bei dem Firmenchef Adam Foroughi, Finanzchef Matt Stumpf und Investor-Relations-Leiter David Hsiao über den strategischen Umbau der Commerce-Sparte und die schwache Entwicklung im Gaming-Geschäft im zweiten Quartal sprachen.

Die Aktie notiert aktuell bei 274,10 Euro und liegt damit nur noch 4,1 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 263,40 Euro, das erst am Mittwoch markiert wurde.

Seit Jahresbeginn hat das Papier 54 Prozent verloren, allein in den vergangenen 30 Tagen ging es um 31 Prozent nach unten. Der relative Stärke-Index von 29 signalisiert eine überverkaufte Aktie.

Vom Wachstumsstar zum Sorgenkind

Ursprung der Talfahrt sind die Zahlen zum zweiten Quartal, die AppLovin am 5. August vorgelegt hatte. Der Umsatz stieg zwar um 53 Prozent auf 1,924 Milliarden US-Dollar, verfehlte damit aber den Marktkonsens von 1,955 Milliarden US-Dollar. Es war der erste Fehltritt bei der Umsatzprognose seit dem Börsengang des Unternehmens.

Auch der Ausblick für das dritte Quartal blieb mit einem Mittelwert von 2,07 Milliarden US-Dollar unter den Erwartungen der Analysten von 2,08 Milliarden US-Dollar. Als Grund nannte das Management verzögerte Verbesserungen an seinen KI-Modellen, die für die Nutzergewinnung in der Werbeplattform zentral sind.

Operativ blieb das Geschäft dennoch profitabel: Der Nettogewinn kletterte um 55 Prozent auf 1,267 Milliarden US-Dollar, das bereinigte EBITDA um 58 Prozent auf 1,614 Milliarden US-Dollar bei einer Marge von 84 Prozent.

Der Gewinn je Aktie von 3,76 US-Dollar übertraf sogar knapp die Konsensschätzung von 3,75 US-Dollar. AppLovin kaufte im Quartal zudem 1,1 Millionen Aktien der Klasse A für 551,3 Millionen US-Dollar zurück.

Analysten sehen Wachstumsdecke näher rücken

Die Reaktion der Wall Street auf den Ausblick fiel deutlich aus: Mehr als ein Dutzend Häuser senkten binnen einer Woche ihre Kursziele. Die Bank of America ging am 11. August noch einen Schritt weiter und stufte die Aktie von „Buy“ auf „Neutral“ herab, das Kursziel sackte auf 400 von zuvor 430 US-Dollar.

Analyst Omar Dessouky begründete den Schritt mit gestiegenen Risiken für das langfristige Umsatzwachstumsziel von 30 Prozent pro Jahr. Er verwies darauf, dass das Wachstum im zweiten Quartal vor allem durch von Ingenieuren gesteuerte Modellverbesserungen getragen wurde, nicht durch selbstlernende Systeme – und stellte infrage, ob AppLovin angesichts eines gegenüber dem nächsten Wettbewerber etwa doppelt so hohen Marktanteils weiterhin mit derselben Dynamik wachsen kann.

Die Bank of America senkte daraufhin ihre Umsatzwachstumsprognose für 2027 auf 23 von zuvor 31 Prozent und die EBITDA-Schätzung auf 8,3 von 9 Milliarden US-Dollar.

Wells Fargo sprach bereits am 6. August von einem „Plateau“ beim Marktanteil im mobilen Spielesegment, wo AppLovin rund die Hälfte des Marktes für Nutzerakquise kontrolliert – eine Position, die weiteres Wachstum zunehmend von der Entwicklung des Gesamtmarkts abhängig macht.

Regulatorische Entlastung als Lichtblick

Immerhin gibt es eine gute Nachricht: Die im Oktober 2025 nach einer Whistleblower-Beschwerde eingeleitete Untersuchung der US-Börsenaufsicht SEC zu den Datenpraktiken der AXON-Werbetechnologie wurde ohne Beanstandung abgeschlossen, wie Finanzchef Matt Stumpf beim Earnings Call offenlegte.

Regulatorische Unsicherheit fällt damit als Belastungsfaktor weg – die zentrale Frage für Anleger bleibt jedoch, wie schnell AppLovin seine KI-Modelle wieder auf Kurs bringt und ob die Wachstumsdynamik der vergangenen Jahre erneut erreichbar ist.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.