Apple steht wenige Tage vor wichtigen Quartalszahlen, doch die Nervosität an der Börse nimmt zu. Trotz solider Fundamentaldaten haben Anleger in den vergangenen Wochen Kasse gemacht, der Kurstrend zeigt klar nach unten. Entscheidend ist nun, ob der Konzern die hohen Erwartungen an das laufende Quartal erfüllen kann – oder ob die jüngste Schwächephase weitergeht.
Anhaltender Druck trotz starker Basis
Seit dem Hoch im Dezember hat die Aktie spürbar nachgegeben. Auf Wochensicht liegt der Titel rund 2,4 % im Minus, auf 30-Tage-Sicht beträgt das Minus knapp 9 %. Damit notiert die Aktie etwa 9 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch, bleibt aber deutlich über dem Jahrestief.
Bemerkenswert: Der Verkaufsdruck setzt ein, obwohl die jüngsten Zahlen überzeugten. Im vierten Geschäftsquartal 2025 übertraf Apple die Erwartungen klar:
- Der Gewinn je Aktie lag mit 1,85 US‑Dollar etwa 6 % über den Konsensschätzungen von 1,73 US‑Dollar.
- Der Umsatz stieg auf 102,5 Mrd. US‑Dollar und übertraf damit die anvisierten 101,2 Mrd. US‑Dollar.
- iPhone-Erlöse kletterten um 6 % auf 49,03 Mrd. US‑Dollar.
- Die installierte Basis aktiver Geräte erreichte in allen Produktkategorien Rekordstände.
Fundamental wirkt das Bild damit stabil, die Kurskorrektur scheint eher von Gewinnmitnahmen und steigenden Erwartungen an die kommenden Zahlen getrieben zu sein als von einem Bruch in der Geschäftsentwicklung.
Analysten: Chance im Rücksetzer
Nicht alle Marktteilnehmer sehen die aktuelle Schwäche negativ. Bei Goldman Sachs wertet Analyst Michael Ng den Rückgang als Einstiegsmöglichkeit. Er rechnet im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 mit einem klaren iPhone-Schub:
- iPhone-Umsatz: +13 % Jahr auf Jahr erwartet
- iPhone-Stückzahlen: +5 %
- China: erwarteter Umsatzsprung von 26 %, nachdem Apple dort wieder die Spitzenposition im Smartphone-Markt zurückerobert hat
Darüber hinaus traut Goldman Apple zusätzlichen Rückenwind durch Produkt- und Zyklusänderungen zu. Künftige Wachstumsimpulse sollen vom geplanten iPhone Fold kommen, außerdem könnte ein zweijähriger Veröffentlichungsrhythmus der iPhone-Modelle die Nachfrage strukturierter bündeln.
Die Erwartungen an die Gewinnentwicklung sind insgesamt hoch:
– Für das laufende Q1 wird ein Gewinn je Aktie von 2,65 US‑Dollar angenommen, rund 10 % mehr als im Vorjahr.
– Auf Gesamtjahresbasis kalkulieren Analysten für das Geschäftsjahr 2026 mit 8,15 US‑Dollar je Aktie (+9 %).
– Für 2027 wird ein weiterer Anstieg auf 9,10 US‑Dollar (+12 %) erwartet.
Damit ist klar: Im Kurs sind bereits deutliche Wachstumssteigerungen eingepreist.
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Bewertung und Langfristperspektive
Während Goldman den Rücksetzer eher positiv sieht, schätzt Morningstar die Aktie nüchterner ein. Die Analysten vergeben drei von fünf Sternen und sehen den fairen Wert langfristig bei 240 US‑Dollar je Aktie – nahe am aktuellen Kursniveau. Aus ihrer Sicht ist das Papier damit „fair bewertet“, weder deutlich unter- noch überbewertet.
Für den Umsatz rechnet Morningstar bis zum Geschäftsjahr 2030 mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 7 %. Das iPhone bleibt dabei der wichtigste Erlöstreiber. Besonders das Geschäftsjahr 2026 soll von höheren Preisen in der iPhone-Palette und einem starken Austauschzyklus rund um die erwartete iPhone‑17‑Generation profitieren.
KI-Impuls durch Google-Deal
Ein weiterer Baustein in der aktuellen Apple-Story ist das Thema Künstliche Intelligenz. Apple stand zuletzt in der Kritik, beim KI-Rennen hinter Konkurrenten zurückzuliegen. Mit der frisch verkündeten Kooperation mit Google will der Konzern gegensteuern.
Konkret soll eine neue Version von Siri mit Googles Gemini-Technologie betrieben werden. Der Deal, dessen jährliches Volumen Marktbeobachter auf rund 1 Mrd. US‑Dollar taxieren, soll die Sprachassistenz deutlich leistungsfähiger machen und Apples KI-Fähigkeiten sichtbar aufwerten.
Morningstar erwartet, dass Apple das Thema in der anstehenden Telefonkonferenz explizit adressiert. Die Analysten sehen in der Partnerschaft einen wichtigen Schritt, um beim Thema KI nicht weiter zurückzufallen.
Wichtige Termine und Ausblick
Für die kommenden Tage sind mehrere Schlüsselereignisse terminiert, die den weiteren Kursverlauf maßgeblich beeinflussen dürften:
- 29. Januar: Veröffentlichung der Q1‑Zahlen des Geschäftsjahres 2026 nach US‑Börsenschluss
- 29. Januar: Conference Call mit CEO Tim Cook und CFO Kevan Parekh um 17:00 Uhr US‑Ostküstenzeit
- 24. Februar: Ordentliche Hauptversammlung 2026 im virtuellen Format
Mit einem aktuellen Schlusskurs von 249,36 US‑Dollar und einem Abstand von knapp 9 % zum 52‑Wochen-Hoch spiegelt die Aktie einerseits die jüngste Konsolidierung, andererseits aber auch weiterhin eine klare Prämie gegenüber dem 200‑Tage-Durchschnitt wider. Entscheidend wird sein, ob Apple am 29. Januar die ambitionierten Gewinn- und Wachstumserwartungen bestätigt und damit Vertrauen in die Umsatzdynamik, die iPhone-Pipeline und die neue KI-Strategie stärkt.
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