Tim Cook feiert in China offiziell das 50-jährige Jubiläum von Apple. Hinter den Kulissen dominieren allerdings handfeste finanzielle Interessen. Um die lokalen Aufsichtsbehörden zu besänftigen, musste der Tech-Konzern bei seiner wichtigsten Einnahmequelle deutliche Abstriche machen.
Zugeständnisse beim App Store
Seit Mitte März verlangt Apple in Festlandchina geringere Provisionen für App-Käufe. Der reguläre Satz sank von 30 auf 25 Prozent, während kleine Entwickler nun 12 statt 15 Prozent abtreten müssen. Dieser Schritt erfolgte nach intensiven Gesprächen mit den chinesischen Regulierungsbehörden. Marktbeobachter werten den Zeitpunkt der Senkung am Weltverbrauchertag als gezieltes Manöver, um staatlicher Kritik an ausländischen Konzernen zuvorzukommen. Zuvor hatten lokale Tech-Giganten wie Tencent und ByteDance die In-App-Zahlungsregeln immer wieder scharf kritisiert.
Ein unverzichtbarer Wachstumsmarkt
Die Volksrepublik ist für das Unternehmen der drittgrößte Absatzmarkt und liefert derzeit beeindruckende Wachstumsraten. Im ersten Geschäftsquartal kletterten die regionalen Umsätze um 38 Prozent auf 25,53 Milliarden US-Dollar. Auch im Januar verzeichnete die neue iPhone-17-Reihe gegen den allgemeinen Markttrend ein Absatzplus von acht Prozent. Angesichts dieser Zahlen ist es für das Management essenziell, die Marktanteile abzusichern und den Forderungen des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie nach einer tieferen Präsenz im Land nachzukommen.
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An der Börse preisen Investoren die regulatorischen Herausforderungen bereits teilweise ein. Die Aktie schloss gestern bei 217,95 Euro und verzeichnet damit seit Jahresbeginn ein moderates Minus von knapp sechs Prozent.
Drohender Dominoeffekt
Die aktuelle Gebührensenkung hat die Forderungen aus Peking keineswegs verstummen lassen. Staatliche Medien rufen bereits zu einem weiteren Abbau von App-Store-Restriktionen auf, um monopolistische Praktiken zu beenden. Für Apple steht viel auf dem Spiel, da die margenstarke Dienstleistungssparte zuletzt weltweit Rekordumsätze von über 30 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete. Ein Nachgeben in China könnte Regulierungsbehörden in der Europäischen Union und anderen Regionen dazu ermutigen, ähnliche Einschnitte bei den Plattformgebühren zu erzwingen.
Um die Wogen auf operativer Ebene zu glätten, intensiviert Apple nun die Kontaktpflege zu den asiatischen Software-Entwicklern. Im Vorfeld der Entwicklerkonferenz WWDC im Juni teilt der Konzern bereits gezielt Programmier-Videos auf der populären chinesischen Plattform Bilibili, um das lokale Ökosystem trotz der regulatorischen Spannungen eng an sich zu binden.
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