Apple lädt am 28. Oktober zu einem Launch-Event nach Los Angeles. Die Einladung trägt den Titel „Pro and tell“ und deutet auf leistungsstarke Geräte mit hauseigenen Chips hin. Im Mittelpunkt könnte ein Notebook mit Touchscreen stehen.
Neues Tempo unter Ternus
Es wäre der dritte Auftritt unter CEO John Ternus, der vor einem Monat die Nachfolge von Tim Cook angetreten hat. Zuvor gab es ein Event am Firmensitz für die neuen iPhones samt faltbarem Duo sowie eine Präsentation in New York, bei der Smart-Home-Hubs und ein Lautsprecher mit Display im Mittelpunkt standen.
Melius-Analyst Ben Reitzes sieht darin eine „bedeutende Verschiebung“ gegenüber den bisher üblichen zwei Terminen pro Jahr. Er erwartet im Herbst neue Macs, darunter ein Touchscreen-Notebook.
Das wäre ein Kurswechsel. Software-Chef Craig Federighi hatte Touchscreen-Laptops 2018 noch mit dem Hinweis abgetan, die Ergonomie ermüde die Nutzer. Der iMac wartet seit Oktober 2024 auf ein Update, Mac Mini und Mac Studio bekamen im August neue Chips.
Wirtschaftlich fällt der Mac zwar nur mit rund zehn Prozent des Umsatzes ins Gewicht, das iPhone bleibt der Treiber. Strategisch ist er dennoch wichtig: Die Chips greifen schneller auf mehr Speicher zu als andere Verbraucherprozessoren, was den Mac zu einem Baustein der KI-Strategie macht. Passend dazu brachte Apple vergangene Woche gemeinsam mit Meta ein großes Open-Weight-Modell auf mehrere Mac-Studio-Systeme.
iPhone-Nachfrage stützt die Aktie
Die Aktie liegt in diesem Jahr rund 26 Prozent im Plus und notiert zuletzt bei etwa 343 Dollar, knapp unter dem Jahreshoch. Als Rückenwind gilt, dass Apple beim Ausbau der KI-Infrastruktur kaum mitrüstet.
Die Sachinvestitionen beliefen sich in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres auf rund 6,8 Milliarden Dollar. Amazon, Alphabet und Meta gaben jeweils allein im zweiten Quartal ein Vielfaches davon aus. Was Investoren lange als Rückstand kritisierten, gilt inzwischen als Vorteil.
JPMorgan bestätigt „Overweight“ mit einem Kursziel von 360 Dollar. Die Bank verweist auf Lieferzeiten für das iPhone Duo, die bis ins nächste Jahr reichen. Die Nachfrage übertreffe demnach die zuletzt gesenkte Schätzung von 8 bis 9 Millionen Einheiten für 2026. Die Lieferfristen der Pro-Modelle normalisieren sich langsamer als zuvor, das Pro Max liegt global wieder auf Vorjahresniveau.
Das Bild bleibt gemischt. UBS sorgt sich um die iPhone-Nachfrage, und Bernstein warnt, die Bruttomarge im Dezemberquartal könnte enttäuschen. Hinzu kommt eine Sonderlast: Der Supreme Court verhandelt Apples Berufung im Streit mit Epic Games um den Vorwurf der Missachtung einer Gerichtsanordnung zum App Store. Ein Termin steht noch aus, die Entscheidung wird bis Ende Juni erwartet.
Am 28. Oktober zeigt sich, ob Apple den Mac tatsächlich zum Touchscreen-Gerät weiterentwickelt.
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