Starke Quartalszahlen, aber ein Ausblick, der nicht ganz ins Bild passt: Apple hat am Dienstag den Dow Jones nach unten gezogen, während Nasdaq und S&P 500 im Plus schlossen. Die Aktie verlor 1,9 Prozent.
Zahlen besser, Prognose schwächer
Der iPhone-Hersteller steigerte im vierten Geschäftsquartal Umsatz und Gewinn und schnitt besser ab als erwartet. Allerdings blieb die Prognose für die Bruttomarge im laufenden Quartal leicht unter den Konsensschätzungen. Als Grund nennt Apple höhere Preise für Speicherchips. Auch das Wachstum im Servicegeschäft fällt nach Darstellung des Konzerns langsamer aus.
Das genügte, um die Stimmung zu dämpfen. Als Kursgewicht im Dow wog der Rückgang schwer: Der Index verlor 0,4 Prozent, obwohl die Technologiewerte insgesamt anzogen. Der Halbleiterindex sprang um 2,6 Prozent nach oben, nachdem er zuvor auf einem Sechs-Monats-Schlusstief gelegen hatte. Eine dreitägige Verkaufswelle bei Technologietiteln kam damit zum Stillstand, Apple blieb davon ausgenommen.
Auch in Europa spürten Marktteilnehmer den Effekt. Der verhaltene Ausblick belastete die Stimmung im Technologiesektor zusätzlich.
Politik als neuer Faktor
Am Mittwoch kommt eine weitere Unsicherheit hinzu. Nach ersten Ergebnissen der US-Zwischenwahlen zeichnen sich deutliche Gewinne der Demokraten ab. Marktbeobachter fürchten, dass eine Kontrolle beider Kongresskammern zu strengerer Regulierung und genauerer Prüfung des Technologiesektors führen könnte, auch bei Unternehmen im KI-Umfeld. Europäische Börsen werden daher schwächer erwartet, in Asien gaben Nikkei und Kospi deutlich nach.
Für Apple bedeutet das ein doppeltes Spannungsfeld. Steigende Komponentenkosten drücken auf die Marge, und politischer Gegenwind könnte das Umfeld für Big Tech verändern. Der Dollar gab nach dem Wahlausgang nach, die Rendite zehnjähriger US-Anleihen sank auf rund 4,89 Prozent. Beides entlastet wachstumsorientierte Aktien tendenziell.
Konkrete Hinweise auf die weitere Margenentwicklung dürfte Apple erst mit dem Bericht zum laufenden Quartal liefern. Bis dahin richtet sich der Blick auf die Speicherchip-Preise und darauf, wie die neue Machtverteilung in Washington die Regulierungsagenda für Technologiekonzerne verschiebt.
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