Ein Spitzenmanager verkauft Aktien, ein Wettbewerber zielt auf das günstige MacBook, und Ermittler sollen eine zentrale iPhone-Schutzfunktion ausgehebelt haben. Bei Apple laufen an diesem Freitag mehrere Themen zusammen, die einzeln überschaubar wirken, im Zusammenspiel aber ein Bild der aktuellen Lage zeichnen.
Insiderverkauf nach Plan
Jennifer Newstead, Rechtschefin und zuständig für Regierungsbeziehungen, hat am 29. September 2.399 Aktien verkauft. Der Erlös lag bei rund 806.000 Dollar, der Preis je Aktie bei 336,18 Dollar. Sie hält danach weiterhin knapp 42.000 Aktien.
Der Verkauf lief über einen Handelsplan nach Rule 10b5-1, den Newstead bereits im Mai aufgesetzt hatte. Solche Pläne legen Zeitpunkt und Umfang vorab fest. Aus dem Verkauf lässt sich daher kaum eine aktuelle Markteinschätzung ablesen.
Die Aktie schloss zuletzt bei 330,32 Dollar, ein Minus von 0,8 Prozent und nicht weit vom Jahreshoch bei 345,34 Dollar entfernt. Der Börsenwert liegt bei rund 4,9 Billionen Dollar. Mit einem KGV von knapp 38 stufen manche Bewertungsmodelle den Titel als ambitioniert ein.
Analysten zwischen Zuversicht und Skepsis
Zum iPhone 18 gibt es positive Signale. Morgan Stanley verweist auf Lieferzeiten bei den Pro-Modellen, die denen früherer Generationen entsprechen, und deutet das als solide Anfangsnachfrage. Dennoch senkte das Haus das Kursziel von 360 auf 355 Dollar, weil nach dem starken Halbjahr wenig Spielraum nach oben bleibe.
Bernstein bleibt bei „Outperform“ und einem Ziel von 370 Dollar, warnt aber vor Druck auf die Bruttomarge durch steigende Speicherpreise. Needham sieht Risiken durch KI-orientierte Konkurrenten wie Meta, die das Apple-Ökosystem herausfordern könnten.
Wettbewerb im Einstiegssegment
HP hat das OmniBook 5 14 vorgestellt, einen Windows-Laptop ab 699 Dollar, der sich ausdrücklich am MacBook Neo orientiert. Als Hauptargument dient ein OLED-Display, das in dieser Preisklasse selten ist. Die Variante für 699 Dollar kommt noch im Oktober in den Handel. Zu Prozessor, Speicher und Ausstattung hat HP noch nichts verraten, ein direkter Vergleich fällt daher schwer.
Juristisch kommt zusätzliches Gegenwind auf: Das britische Competition Appeal Tribunal ließ eine Verbraucher-Sammelklage gegen Apple und Amazon zu. Es geht um deren Vertriebsabkommen von 2018 auf Amazons britischem Marktplatz.
Streit um den iPhone-Schutz
Ein weiteres Thema betrifft die Sicherheit. Nach 72 Stunden ohne Entsperrung startet ein iPhone neu und ist danach kaum noch angreifbar. Der Forensik-Anbieter Magnet Forensics soll mit seinem Werkzeug Graykey diese Hürde laut einem Firmenvideo umgehen. Bestätigt ist das nicht. Sollte sich der Bericht erhärten, dürfte Apple mit einem Software-Update reagieren.
Konkrete Termine stehen für diese Themen nicht fest. Die nächste Kursmarke bleibt das Jahreshoch bei 345,34 Dollar, rund 4,5 Prozent über dem letzten Schlusskurs.
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