Appian und PSI CRO haben heute ihre erste gemeinsame KI-gestützte Lösung für klinische Studien gestartet. Sie soll die Identifikation und Auswahl geeigneter Studienzentren über Therapiegebiete, Indikationen und Länder hinweg unterstützen.
Für Appian ist die Zusammenarbeit ein konkreter Anwendungsfall seiner Verbindung von künstlicher Intelligenz und Prozessautomatisierung. Die Lösung bildet zugleich den Auftakt einer geplanten Plattformstrategie für den gesamten Studienlebenszyklus.
Von manuellen Abläufen zur gemeinsamen Plattform
Nach Angaben von Appian bündelt die Anwendung bislang manuelle Arbeitsschritte. Sie verbindet die Kernsysteme und Datenlager von PSI mit Appians KI- und Prozessanalysefunktionen. Damit setzt die Zusammenarbeit dort an, wo Informationen aus unterschiedlichen Systemen in einen gemeinsamen Auswahlprozess einfließen müssen.
Die Partner wollen es nicht bei der Auswahl von Studienzentren belassen. PSI plant, weitere Anwendungsfälle zu prüfen. Als Ziel nennen die Unternehmen eine skalierbare Plattform zur Prozessautomatisierung mit höherer Effizienz, Transparenz und Planbarkeit. Diese Erweiterung ist eine Absichtserklärung; gestartet ist zunächst die gemeinsame Lösung für die Zentrensuche und -auswahl.
Für Anleger liegt die Bedeutung deshalb weniger in einer isolierten KI-Funktion als im möglichen Ausbau der Zusammenarbeit. Weitere Anwendungen könnten Appians Technologie über zusätzliche Schritte des Studienablaufs hinweg verankern. Ob daraus eine umfassendere Plattform entsteht, hängt von der Prüfung und Umsetzung weiterer Einsatzfelder ab.
Calkins betont Prozesse und Kontrolle
Die Partnerschaft passt zur Positionierung, die Appian-CEO Matt Calkins gestern bei einer Unternehmensveranstaltung in Sydney erläuterte. Für kritische Anwendungen müsse KI mit Prozessen, Unternehmensdaten, Governance und Kostenkontrolle verbunden werden. Der Ansatz stellt damit die Einbindung in betriebliche Abläufe in den Vordergrund.
Calkins bezifferte das Wachstum der KI-Nutzung bei Appian auf das 18-Fache im Jahresvergleich. Eine von ihm angeführte Umfrage von HBR Analytic Services unter 385 Entscheidungsträgern verdeutlicht zugleich die Integrationsaufgabe: Bei 18 % war KI primär in Arbeitsabläufe eingebunden.
Auch bei der Dokumentenverarbeitung verwies Calkins auf konkrete Leistungsmerkmale. Appian DocCenter erreiche nach seinen Angaben eine Genauigkeit von 99 %, auch bei nicht trainierten Dokumenttypen. Die Bereitstellung dauere sechs Wochen. Solche Unternehmensaussagen beschreiben das Leistungsversprechen; die neue PSI-Anwendung zeigt einen konkreten Einsatzbereich für die Verbindung von Daten und Prozessen.
Die Appian-Aktie legt heute um 1,6% zu und begleitet damit die Nachricht positiv. Inhaltlich entscheidend ist jedoch der nächste Umsetzungsschritt: Aus der gestarteten Auswahl-Lösung soll perspektivisch eine breiter angelegte Plattform werden. Die heutige Mitteilung belegt den ersten Baustein, nicht bereits den Abschluss dieser Entwicklung.
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