Politischer Rückenwind, schwacher Kurs: Bei Antimony Resources prallen gerade zwei Welten aufeinander. Das Bald-Hill-Projekt in New Brunswick bekommt sichtbar mehr Aufmerksamkeit aus der Provinzregierung. An der Börse herrscht trotzdem Druck.
Der nächste harte Prüfstein rückt näher. Noch im laufenden Monat soll die erste Ressourcenschätzung für Bald Hill kommen — und damit eine deutlich belastbarere Grundlage für die Bewertung des Projekts.
New Brunswick sendet ein Signal
John Herron, Minister für natürliche Ressourcen in New Brunswick, hat das Projektgelände mehrere Stunden lang besucht. Begleitet wurde er vom stellvertretenden Minister und dem Chefgeologen der Provinz. Die Delegation sah sich die Explorationsarbeiten in den Zonen Marcus und Main sowie die Kernverarbeitungsanlage in Penobsquis an.
Das ist mehr als ein Fototermin. New Brunswick hat erst in diesem Jahr eine umfassende Rohstoffstrategie vorgestellt. Antimon gilt in Kanada als kritischer Rohstoff, was dem Projekt politisches Gewicht gibt. Für die Provinz geht es um mögliche Wertschöpfung, Arbeitsplätze und eine stärkere Position in der Versorgung mit strategischen Mineralien.
Kurs schwächelt trotz Rückenwind
Die Aktie konnte diesen politischen Rückenwind zuletzt nicht in Kursgewinne umsetzen. Am Freitag schloss Antimony Resources bei 0,43 Euro und verlor damit 7,84 Prozent. Auf Monatssicht steht ein Minus von 21,20 Prozent.
Technisch bleibt das Bild angeschlagen. Der Kurs liegt klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 0,66 Euro und knapp unter der 200-Tage-Linie bei 0,44 Euro. Der RSI von 36,1 signalisiert, dass die Aktie sich dem überverkauften Bereich nähert.
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Der Rücksetzer kommt nach einer extremen Rally. Über zwölf Monate liegt das Papier noch immer 561,09 Prozent im Plus, seit Jahresanfang beträgt der Zuwachs 33,27 Prozent. Kein Wunder, dass Gewinnmitnahmen bei jeder Verzögerung oder Unsicherheit schnell durchschlagen.
SRK-Bericht wird zum Prüfstein
Im Zentrum steht nun die erste Mineral Resource Estimate für Bald Hill. Der Bericht soll noch im Juni erscheinen, von SRK Consultants aus Toronto erstellt werden und dem kanadischen NI-43-101-Standard entsprechen. Grundlage sind rund 25.000 Meter Bohrdaten.
Bisherige Zielvorstellungen sprechen von etwa 2,7 Millionen Tonnen mit Antimongehalten zwischen 3 und 4 Prozent. Verbindlich werden diese Größen erst mit dem fertigen Bericht. Genau deshalb ist die Veröffentlichung so wichtig: Sie kann die bisherigen Erwartungen bestätigen, relativieren oder neu sortieren.
Parallel arbeitet Antimony Resources am Genehmigungsweg. GEMTEC Consulting Engineers and Scientists erstellt eine „Roadmap to Permitting“. Dazu zählen Umwelt-Basisstudien, Gespräche mit dem Department of Indigenous Affairs und lokalen Gemeinderäten sowie die Vorbereitung des formalen Genehmigungsantrags.
Dieser Antrag ist für das vierte Quartal 2026 oder das erste Quartal 2027 angepeilt. Dazu läuft ein vollständig finanziertes Erweiterungsbohrprogramm über 19.000 Meter. Kurzfristig bleibt der SRK-Bericht der zentrale Taktgeber: Ein belastbarer Ressourcenbericht würde aus politischem Rückenwind eine prüfbare Bewertungsgrundlage machen; ohne überzeugende Daten bleibt der starke Vorjahresgewinn anfällig für weitere Gewinnmitnahmen.
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