Antimony Resources hat sich prominente Verstärkung ins Haus geholt: John Melkon, ehemaliger Offizier der US-Spezialkräfte und Dozent an der Militärakademie West Point, berät das Unternehmen künftig. Sein Auftrag ist klar umrissen: Das Bald Hill-Projekt in New Brunswick soll als strategische Antimon-Quelle für die USA positioniert werden. Antimony Resources prüft parallel, ob eine Finanzierung durch die US-Regierung möglich ist.
Ein Rohstoff mit militärischer Schlagseite
Antimon gilt längst nicht mehr als Nischenmetall. Es steckt in Flammschutzmitteln, in Kampfjets und in Batterien – Anwendungen, die für Rüstungsindustrie und Zivilwirtschaft gleichermaßen relevant sind. Nachdem China den Export im Dezember 2024 gestoppt hatte, zog der Preis spürbar an. Berichte, die Antimony Resources gemeinsam mit BASF und Lockheed Martin als Beispiele für die westliche Suche nach Alternativen zur chinesischen Dominanz nennen, unterstreichen die strategische Aufladung des Themas. Die Personalie Melkon fügt sich in dieses Muster: Ein Mann mit direktem Zugang zu sicherheitspolitischen Netzwerken soll Türen öffnen, die für ein kleines Explorationsunternehmen sonst verschlossen blieben.
Der Kontext dafür liefert die Branche selbst. US Antimony besitzt die einzige nennenswerte Antimon-Schmelze der USA und gilt damit als Maßstab dafür, dass nicht der Minenbesitz allein zählt, sondern die Verarbeitungskapazität. Perpetua Resources entwickelt mit Stibnite ein großes Projekt in Idaho, Larvotto Resources belebt in Australien die Hillgrove-Mine wieder. Nova Minerals wiederum hat in Alaska das Engineering für eine Antimon-Pilotanlage abgeschlossen und dafür vom US-Verteidigungsministerium einen Zuschuss von 43,4 Millionen US-Dollar über das DPA-Titel-III-Programm erhalten. Wer in diesem Umfeld staatliche Unterstützung sucht, braucht offenbar mehr als geologische Daten – Verbindungen in Washington werden zum Wettbewerbsfaktor.
Bald Hill als Trumpf
Bald Hill in New Brunswick liefert Antimony Resources dafür die geologische Basis. Trenching-Ergebnisse zeigten Gehalte von bis zu 44,2 Prozent Antimon – Werte, die das Projekt in der laufenden Debatte um heimische Antimon-Vorkommen sichtbar machen. Genau diese Kombination aus hochgradigem Gestein und potenzieller Regierungsförderung soll Melkon nun in politisches Kapital verwandeln.
Kursbild bleibt angeschlagen
Von der strategischen Aufwertung der Story ist an der Börse zuletzt wenig übriggeblieben. Die Aktie notiert aktuell bei 0,32 Euro und gibt im Tagesvergleich um 1,23 Prozent nach. Auf Wochensicht steht ein Minus von 16,23 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sogar von 29,82 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt der Titel mit 1,96 Prozent im Minus, während auf Zwölfmonatssicht noch ein Plus von 194,93 Prozent verbleibt – ein Hinweis darauf, wie stark der Kurs zwischenzeitlich gestiegen war, bevor die jüngste Korrektur einsetzte.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 1,05 Euro, erreicht am 17. März 2026, trennen die Aktie inzwischen 69,63 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief von 0,11 Euro vom 16. Juli 2025 beträgt der Abstand hingegen 194,93 Prozent. Auch die gleitenden Durchschnitte signalisieren Schwäche: Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 0,44 Euro, 27,44 Prozent über dem aktuellen Kurs, der 200-Tage-Durchschnitt bei 0,47 Euro, was einem Abstand von 32,15 Prozent entspricht. Der 100-Tage-Durchschnitt notiert bei 0,59 Euro. Der RSI von 37,1 deutet auf eine Annäherung an überverkauftes Terrain hin, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 108,79 Prozent die Nervosität rund um den Titel unterstreicht.
Für Anleger bleibt damit ein Spannungsfeld: strategisch aufgewertete Fundamentaldaten durch die Personalie Melkon und die Bald-Hill-Gehalte auf der einen Seite, ein technisch angeschlagenes Kursbild mit deutlichem Abstand zu sämtlichen gleitenden Durchschnitten auf der anderen.
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