Ein Kursplus von 379 Prozent in zwölf Monaten, aber sieben miese Handelstage in Folge. Bei Antimony Resources klafft die Jahresbilanz gerade weit auseinander von der jüngsten Kursentwicklung. Die Aktie des kanadischen Antimon-Explorers schloss am Freitag bei 0,37 Euro, ein Minus von 3,66 Prozent an einem einzigen Tag.
Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 14,42 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sind es 9,80 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt das Papier dennoch noch mit 12,75 Prozent im Plus. Der Grund für die Diskrepanz: Das Bald-Hill-Projekt in Kanada hat die Anleger 2026 auf eine Berg- und Talfahrt geschickt.
Charttechnik zeigt Warnsignale
Der aktuelle Kurs liegt deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 0,46 Euro und dem 100-Tage-Durchschnitt von 0,59 Euro. Nur knapp über dem 200-Tage-Durchschnitt von 0,47 Euro hält sich die Aktie noch. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1,05 Euro, erreicht im März, trennen das Papier mittlerweile gut 65 Prozent.
Zum 52-Wochen-Tief von 0,07 Euro aus dem Juli 2025 bleibt trotz der Schwäche ein Puffer von rund 399 Prozent. Der 14-Tage-RSI von 41,2 signalisiert neutrale bis leicht bärische Dynamik. Ein klares Überverkauft-Signal fehlt bislang.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei über 100 Prozent. Damit zählt Antimony Resources weiterhin zu den unruhigsten Werten an den kanadischen Bergbaubörsen. Kräftige Ausschläge in beide Richtungen bleiben ein realistisches Szenario.
Bohrergebnisse als nächster Kurstreiber
Der wichtigste kurzfristige Kurstreiber sind ausstehende Analyseergebnisse aus der Central Zone von Bald Hill. Das laufende Bohrprogramm in der Main Zone soll die bekannte Mineralisierung nach Süden, Norden und in die Tiefe erweitern. Parallel läuft die Exploration in den New Zones weiter, in der Central Zone wurden bereits über 2.000 Bohrmeter abgeschlossen.
Die Proben aus den ersten Bohrchargen der Central Zone werden derzeit im Labor Actlabs analysiert. Ergebnisse wurden für drei bis vier Wochen nach Ende Juni angekündigt — ein Datenpaket könnte also noch in dieser Handelswoche eintreffen.
Zusätzlich blicken Investoren auf die erste offizielle Ressourcenschätzung des Unternehmens. Der aktuell veröffentlichte technische Bericht nach dem Standard NI 43-101 stellt noch keine formale Ressourcenschätzung dar, sondern definiert ein sogenanntes Explorationsziel. Basis dafür ist ein 3D-Blockmodell samt bisheriger Bohrergebnisse. Die Schätzung reicht von 69.994 bis 92.782 Tonnen Antimon bei einem Gehalt von 3,0 Prozent Sb, alternativ von 93.325 bis 123.711 Tonnen bei 4,0 Prozent Sb.
Analysten bleiben trotz Kursschwäche optimistisch
Das deutsche Analysehaus GBC AG bekräftigte Anfang des Monats seine bullische Einschätzung. Die frühere Bewertung sieht die Firma als bestätigt an, das Kursziel bleibt unverändert bei 3,00 kanadischen Dollar je Aktie. Die Einstufung lautet weiter „Kaufen“.
GBC verweist auf mehrere hochgradige Stibnit-Abschnitte mit Antimon-Gehalten von bis zu 36,0 Prozent Sb. Diese Funde reduzieren nach Einschätzung der Analysten das geologische Risiko schrittweise und verbessern die Datenbasis für die weitere Modellierung der Lagerstätte. Zwischen Kursziel und aktuellem Börsenkurs klafft dennoch eine erhebliche Lücke — ein Hinweis darauf, wie viel Ausführungsrisiko der Markt derzeit einpreist.
Antimon-Markt bleibt angespannt
Der breitere Kontext für westliche Antimon-Versorgung stützt weiterhin das Interesse an solchen Explorern. Seit China Exportbeschränkungen für das kritische Metall verhängt hat, schnellten die Preise in Richtung 60.000 Dollar pro Tonne. Damit trat eine deutliche Versorgungslücke im Westen zutage.
Diese Entwicklung lenkt seit Monaten verstärkt Aufmerksamkeit auf nordamerikanische Explorer, die sich als alternative Lieferanten außerhalb Chinas positionieren.
Für die kommenden Handelstage bleibt entscheidend, ob die 0,37-Euro-Marke als Unterstützung hält oder die Aktie weiter in Richtung der 50-Tage-Linie abrutscht. Neue Analyseergebnisse aus der Central Zone, Fortschritte bei der für das dritte Quartal erwarteten NI-43-101-Ressourcenschätzung oder Änderungen in Chinas Exportpolitik dürften den Kurs spürbar bewegen, sobald der Handel wieder anläuft.
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