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Ams Osram: Goldpreis kostet 60 Millionen 2026

Hohe Gold- und Währungskosten drücken auf die operative Marge von Ams Osram. Der Aktienkurs steigt trotzdem.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldpreis belastet operative Marge
  • Umsatzrückgang von bis zu 19% erwartet
  • Kartellamt prüft Verkauf an Infineon
  • MicroLEDs als neue Ertragsquelle

Im Halbleitergeschäft ist Gold normalerweise ein stiller Produktionsfaktor. Für Ams Osram entwickelt sich das Edelmetall vor den anstehenden Quartalszahlen zu einem massiven Margenproblem. An der Börse ignorieren Investoren den Kostendruck bislang und treiben die Aktie beständig nach oben.

Aktuell notieren die Papiere mit einem Tagesplus von drei Prozent bei 13,75 Euro und klettern damit dicht an ihr 52-Wochen-Hoch heran. Seit Januar verzeichnet der Titel einen Wertzuwachs von gut 61 Prozent. Operativ sieht die Lage angespannter aus. Finanzchef Rainer Irle rechnet allein im laufenden Quartal mit Belastungen von rund 50 Millionen Euro durch volatile Edelmetallpreise und Währungseffekte.

Für das Jahr 2026 drohen bei einem anhaltend hohen Goldpreis von 5.000 US-Dollar je Unze außerordentliche Mehrkosten von 60 Millionen Euro. Das Management steuert mit einem strikten Umbauprogramm und dem Abbau von europaweit tausenden Stellen gegen.

Entsprechend verhalten fällt die Prognose für das erste Quartal aus. Der Vorstand peilt einen Umsatzrückgang von bis zu 19 Prozent gegenüber dem Vorquartal an. Die bereinigte operative Marge soll dabei auf rund 15 Prozent sinken.

Warten auf das Kartellamt

Parallel zum operativen Tagesgeschäft steht der größte Hebel der Konzernsanierung auf dem Prüfstand. Das Bundeskartellamt prüft den geplanten Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon. Eine Entscheidung wird noch im laufenden zweiten Quartal erwartet.

Gibt die Behörde grünes Licht, sinkt der Verschuldungsgrad des Unternehmens von 3,3 auf rund 2,5. Das Management plant in diesem Szenario die vorzeitige Ablösung zweier hochverzinslicher Anleihen. Dadurch würden sich die jährlichen Finanzierungskosten auf unter 150 Millionen Euro halbieren.

MicroLEDs als Zukunftsfantasie

Neben der Bilanz rückt die Technologie-Pipeline verstärkt in den Fokus. Ams Osram positioniert sich als europäischer Volumenhersteller von MicroLEDs für KI-Rechenzentren. Ingenieure überführen derzeit einen neuen Hochgeschwindigkeits-Prototyp in die Produktentwicklung.

Die Schweizer Großbank UBS hob das Kursziel auf 13,40 Schweizer Franken an. Die Experten kalkulieren, dass MicroLEDs bis zum Ende des Jahrzehnts rund fünf Prozent des Konzernertrags ausmachen könnten. Barclays bewertet die Papiere indes skeptischer. Die britische Bank senkte ihr Ziel auf 10 Franken und verwies auf allgemeine konjunkturelle Risiken im Hardware-Sektor.

Abseits des Kerngeschäfts erschließt der Konzern derweil kapitalleichte Ertragsquellen. Das chinesische Unternehmen Eaglerise nutzt seit März eine Lizenz der Marke OSRAM für LED-Treiber in Asien und Europa. Solche Markenlizenzvereinbarungen binden kein Kapital und stützen die laufende Bilanzreparatur.

Das langfristige Margenziel von mindestens 25 Prozent bleibt der Maßstab für den Konzernumbau. Der anstehende Quartalsbericht liefert den ersten echten Härtetest für diese Ambitionen. Die Zahlen werden das exakte Ausmaß der aktuellen Rohstoff- und Währungsbelastungen beziffern und den Fortschritt des jüngsten Sparprogramms messbar machen.

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