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ams OSRAM Aktie: Schulden im Visier

Der Halbleiterkonzern treibt seine Schuldenreduzierung voran, während operative Herausforderungen das laufende Quartal belasten. Moody's hebt den Ausblick auf das Kreditrating an.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Vorzeitige Tilgung teurer Hochzinsanleihen gestartet
  • Verkauf von Geschäftsbereichen zur Schuldentilgung
  • Moody's hebt Ratingausblick auf positiv
  • Kostenprogramm soll 200 Millionen Euro jährlich sparen

Die Entschuldung von ams OSRAM nimmt Fahrt auf. Seit Anfang dieser Woche darf der Halbleiter- und Photonikkonzern seine teuren Hochzinsanleihen erstmals vorzeitig tilgen — ein Meilenstein, auf den das Management seit Monaten hingearbeitet hat.

Der Weg zur Halbierung der Zinslast

Im Zentrum stehen zwei Anleihetranchen mit einem Gesamtvolumen von 625 Millionen Euro sowie 400 Millionen US-Dollar, die das Unternehmen mit Zinssätzen von 10,50 beziehungsweise 12,25 Prozent belasten. Ziel ist es, die jährlichen Zinsaufwendungen von rund 300 Millionen Euro auf unter 150 Millionen Euro zu drücken.

Die dafür nötige Liquidität stammt aus einem mehrstufigen Verkaufsprogramm. Im Januar kaufte ams OSRAM bereits Anleihen im Nominalwert von knapp 200 Millionen Euro über ein Dutch-Auction-Verfahren zu 96 Prozent des Nennwerts zurück. Anfang März folgte der Abschluss des Lampensegment-Verkaufs an den japanischen Konzern Ushio für 114 Millionen Euro.

Der größte Hebel ist jedoch der Verkauf des nicht-optischen Analog- und Mixed-Signal-Sensorgeschäfts an Infineon Technologies für 570 Millionen Euro. Rund 230 Mitarbeitende aus Forschung und Entwicklung wechseln dabei zur Infineon-Einheit SURF. Das Bundeskartellamt prüft die Transaktion noch; der Abschluss wird für das zweite Quartal 2026 erwartet. Allein dieser Deal soll den Verschuldungsgrad von 3,3 auf rund 2,5 senken.

Ratingagentur Moody’s honoriert den Kurs bereits: Der Ausblick auf das Kreditrating wurde von „stabil“ auf „positiv“ angehoben — ein Signal, dass der Entschuldungsplan aus Marktsicht auf Kurs liegt.

Operativer Gegenwind belastet das laufende Quartal

Die Kehrseite des Umbaus zeigt sich im laufenden Geschäft. Währungseffekte und volatile Edelmetallpreise belasten das erste Quartal spürbar. Der starke US-Dollar allein dürfte die Ergebnisse um rund 50 Millionen Euro belasten und zu einem sequenziellen Umsatzrückgang von bis zu 19 Prozent beitragen. ams OSRAM erwartet für Q1 einen Umsatz von rund 760 Millionen Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von etwa 15 Prozent — nach 18,3 Prozent im Vorjahr.

Um den entfallenden Ergebnisbeitrag der verkauften Einheiten zu kompensieren, läuft seit diesem Jahr das Kostenprogramm „Simplify“. Es soll bis 2028 dauerhafte jährliche Einsparungen von 200 Millionen Euro bringen — unter anderem durch den Abbau von weltweit rund 2.000 Stellen. Das langfristige Ziel bleibt eine bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 25 Prozent bis 2030.

Zwei Termine im April und Mai als nächste Prüfsteine

Noch im April veröffentlicht ams OSRAM den detaillierten Geschäftsbericht, bevor am 7. Mai die offiziellen Q1-Zahlen folgen. Beide Termine liefern konkrete Datenpunkte dazu, ob das Nettoverschuldungs-EBITDA-Verhältnis tatsächlich zeitnah unter die angestrebte Marke von 2 gedrückt werden kann — und damit, ob das ambitionierte Entschuldungsprogramm das angepeilte Tempo hält.

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Diskussion zu Ams Osram

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.