Ein Auftragsbestand von über fünf Milliarden Euro setzt ein klares Ausrufezeichen. Der Halbleiterkonzern ams OSRAM liefert greifbare Beweise, dass die Neuausrichtung auf digitale Photonik funktioniert. An der Börse honoriert der Markt diese Entwicklung bereits. Mit einem Kursplus von knapp 35 Prozent seit Jahresanfang und einem aktuellen Stand von 11,45 Euro hat das Papier einen massiven Lauf hingelegt. Der Weg zurück zur alten operativen Stärke bleibt jedoch steinig.
Sprung in die Massenfertigung
Ein entscheidender Treiber für das pralle Orderbuch ist die EVIYOS-microLED-Technologie. Das zusammen mit dem Beleuchtungsspezialisten ZKW entwickelte System zieht in den neuen Audi Q3 ein. Damit erreicht die hochauflösende Scheinwerfertechnik erstmals ein Serienfahrzeug der Kompaktklasse. Die über 25.000 einzeln ansteuerbaren Pixel ermöglichen smarte Funktionen wie das automatische Umschalten des Lichts in Baustellen. Für ams OSRAM markiert dieser Schritt den erfolgreichen Übergang einer Innovation in die lukrative Massenproduktion.
Die microLED-Plattform soll künftig auch außerhalb der Automobilindustrie wachsen. Das Management plant den Einsatz in optischen Verbindungen für KI-Rechenzentren, um den enormen Energiebedarf der Server-Racks zu senken. Die Schweizer Großbank UBS sieht hierin großes Potenzial und belässt ihr Kursziel bei 14,40 Schweizer Franken. Bis diese Vision nennenswerte Umsätze abwirft, dauert es laut Analysten allerdings noch bis mindestens 2028.
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KI-Fantasie trifft auf harten Alltag
Im Hier und Jetzt drückt der operative Schuh. Finanzchef Rainer Irle rechnet im laufenden Quartal mit Belastungen von rund 50 Millionen Euro. Volatile Edelmetallpreise und ein starker US-Dollar zehren an der Marge. Barclays-Analyst Simon Coles senkte das Kursziel prompt auf 10 Franken. Er verweist auf eine veränderte Saisonalität bei neuen Smartphones, die die kurzfristige Nachfrage im Halbleiterbereich dämpft.
Neben der technologischen Expansion treibt der Konzern die finanzielle Sanierung voran. Das Management bereitet die Tilgung zweier hochverzinslicher Anleihen im Volumen von 625 Millionen Euro und 400 Millionen US-Dollar vor. Gelingt dieser Schritt, fallen die jährlichen Finanzierungskosten von 300 Millionen auf unter 150 Millionen Euro. Der Verschuldungsgrad würde spürbar von 3,3 auf rund 2,5 sinken. Die Ratingagentur Moody’s hob den Ausblick für das Unternehmen bereits auf „positiv“ an.
Am 7. Mai legt ams OSRAM die Zahlen für das erste Quartal vor. Der Bericht wird belegen, ob die avisierten 760 Millionen Euro Umsatz bei einer EBITDA-Marge von 15 Prozent in diesem schwierigen Umfeld gehalten werden. Im zweiten Quartal erwartet der Markt zudem die finale Entscheidung des Bundeskartellamts zum anstehenden Infineon-Deal, der weitere strategische Weichenstellungen ermöglicht.
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