Ams Osram hat den Vertrag von Vorstandschef Aldo Kamper deutlich verlängert. Der Manager, der das Unternehmen seit April 2023 führt, bleibt nun bis zum 30. September 2031 im Amt – ursprünglich wäre sein Mandat bereits Ende März 2027 ausgelaufen. Der neue Vertrag beginnt am 1. Oktober 2026. Aufsichtsratsvorsitzende Margarete Haase begrüßte die Entscheidung und würdigte die strategische Neuausrichtung des Konzerns unter Kampers Führung.
Konzern schärft optisches Kerngeschäft
Kamper kam 1994 zu Osram und war später Vorstandschef beim Kabelspezialisten Leoni, bevor er zu Ams Osram zurückkehrte. In seiner laufenden Amtszeit hat er das Effizienzprogramm „Re-establish the Base“ aufgesetzt, mit dem der Sensorik- und Lichtkonzern seine Kostenstruktur ordnen will. Zum 1. Juli hat Ams Osram zudem den Verkauf seines nicht-optischen Sensorik-Geschäfts abgeschlossen. Damit bündelt der Konzern seine Ressourcen künftig stärker auf das optische Kerngeschäft sowie auf Digital Photonics – also Anwendungen rund um Augmented Reality und optische Datenkommunikation. Die lange Vertragslaufzeit signalisiert dem Markt, dass der Aufsichtsrat den eingeschlagenen Konsolidierungskurs fortsetzen will, statt kurzfristig auf einen Führungswechsel zu setzen.
Für Anleger ist das ein Kontinuitätssignal in einer Phase, in der der Konzern noch mitten im Umbau steckt. Nach Jahren mit Restrukturierungen, Werksschließungen und dem Verkauf von Randgeschäften soll die Fokussierung auf profitablere optische Segmente die Basis für nachhaltigeres Wachstum legen. Ob sich der eingeschlagene Weg auszahlt, dürfte sich erst über die kommenden Quartale zeigen, wenn sich die Effekte aus dem Portfolio-Umbau in den Zahlen niederschlagen.
Kursreaktion und Bewertung
Der Markt reagierte am Freitag positiv auf die Personalie. An der Schweizer Börse SIX sprang die Aktie um 5,45 Prozent auf 16,63 Franken. Im deutschen Handel schloss das Papier am Freitag bei 17,30 Euro und legte damit um 1,76 Prozent zu.
Die jüngste Kursbewegung fügt sich in ein insgesamt sehr bewegtes Börsenjahr für Ams Osram ein: Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs mehr als verdoppelt, ein Plus von 105,46 Prozent steht zu Buche. Von seinem 52-Wochen-Hoch bei 26,70 Euro, erreicht Ende Mai, ist die Aktie mit einem Abstand von 35,21 Prozent aber weiterhin deutlich entfernt – nach einer Konsolidierungsphase der vergangenen Wochen, in der das Papier auf Monatssicht rund 4,4 Prozent verlor. Die hohe annualisierte Volatilität von knapp 90 Prozent unterstreicht, wie nervös der Handel in dem Titel bleibt.
Die Kombination aus abgeschlossenem Konzernumbau, der Personalentscheidung an der Spitze und der jüngsten Kurserholung dürfte Investoren in den kommenden Wochen weiter beschäftigen. Mit der langfristigen Vertragsverlängerung für Kamper hat der Aufsichtsrat jedenfalls ein klares Bekenntnis zur bisherigen Strategie abgegeben – die Erwartungen an die Umsetzung dürften entsprechend hoch bleiben.
Ams Osram-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Ams Osram-Analyse vom 1. August liefert die Antwort:
Die neusten Ams Osram-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Ams Osram-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Ams Osram: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
