Die Aktie hat sich in zwölf Monaten mehr als verdoppelt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von über 110 Prozent auf dem Kurszettel — heute notiert das Papier bei 18,00 Euro und damit auf einem neuen 52-Wochen-Hoch. Der Kurs spiegelt enorme Erwartungen wider. Die Frage ist, ob die Fundamentaldaten mithalten.
Cashflow kommt — aber nicht aus dem Kerngeschäft
Der Free Cashflow drehte im ersten Quartal auf plus 37 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor flossen noch 28 Millionen ab. Das klingt nach Trendwende.
Der entscheidende Vorbehalt: Ams Osram stützt diese Verbesserung auf Unternehmensverkäufe. Das nicht-optische Sensorgeschäft geht für 570 Millionen Euro an Infineon. Ein weiteres Segment verkauft der Konzern für 114 Millionen Euro an Ushio. Insgesamt fließen rund 670 Millionen Euro in die Kasse.
Ohne diese Desinvestitionen wäre der Free Cashflow für 2026 nach eigenen Angaben „deutlich negativ“. Erst 2027 erwartet das Management einen operativ positiven Cashflow. Soweit so gut — solange die Deals planmäßig laufen.
Schulden sinken, Zinslast halbiert sich
Der Erlös aus den Verkäufen soll die Nettoverschuldung deutlich senken. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA soll von 3,3 auf 2,5 fallen. Die jährlichen Zinszahlungen sollen von 300 Millionen Euro auf rund 150 Millionen Euro sinken — das schafft erheblichen Spielraum für das operative Geschäft.
Ams Osram rechnet bis 2028 mit jährlichen Einsparungen von 200 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung lag zuletzt bei 1,071 Milliarden Euro.
Premstätten bleibt strategischer Kern
Parallel zum Schuldenabbau investiert der Konzern in seinen Halbleiterstandort in Premstätten. Bis 2030 fließen dort 600 Millionen Euro in den Ausbau. Die EU unterstützt das Projekt mit rund 200 Millionen Euro im Rahmen des European Chips Act. Österreich stellt weitere 227 Millionen Euro in Aussicht.
Die Belegschaft soll am Standort bis 2030 von rund 1.450 auf etwa 1.550 Personen wachsen — trotz des Verkaufs von Teilen des Sensorgeschäfts.
Verluste bleiben vorerst
Die Ertragslage bleibt belastet. Im ersten Quartal fiel ein bereinigter Nettoverlust von 72 Millionen Euro an. Im Vorjahresquartal waren es 23 Millionen Euro. Auf IFRS-Basis lag der Fehlbetrag sogar bei 154 Millionen Euro.
Der Abschluss des Infineon-Deals wird für die Jahresmitte erwartet. Bis dahin hängt die Glaubwürdigkeit des gesamten Entschuldungspfads an der termingerechten Umsetzung dieser Transaktion. Der Kursanstieg der vergangenen Monate nimmt eine erfolgreiche Transformation bereits in weiten Teilen vorweg — Enttäuschungen würden entsprechend hart bestraft.
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