Nach einem brutalen Ausverkauf bei asiatischen Speicherchip-Herstellern kehrt die Kauflaune an die Halbleiterbörsen zurück. Ams Osram profitiert kräftig davon: Die Aktie springt am Donnerstag um 4,83 Prozent auf 20,60 Euro. Am Mittwoch hatte das Papier noch bei 19,65 Euro geschlossen.
Speicherchips erholen sich nach heftigem Absturz
Der Rückenwind kommt aus Asien. Dip-Buyer kehren zu Samsung und SK Hynix zurück, nachdem beide Titel binnen einer Woche massiv verloren hatten. Der koreanische Kospi-Index schloss die Vorwoche 7,9 Prozent tiefer.
SK Hynix verlor dabei 14,6 Prozent, Samsung 9,1 Prozent. Das japanische Unternehmen Kioxia stürzte sogar um über 13,5 Prozent ab. Am Donnerstag drehte die Stimmung: Kioxia legte in Tokio um 8,3 Prozent zu, Samsung und SK Hynix zogen ebenfalls an.
Ein konkreter Termin treibt die Erholung an. Samsung Electronics veröffentlicht in Kürze Zahlen zum zweiten Quartal. Parallel notiert SK Hynix am 10. Juli erstmals an der Nasdaq, mit einem geplanten Volumen von mehr als 28 Milliarden Dollar. Marktbeobachter erwarten dadurch größere Umschichtungen innerhalb der Branche.
US-Chipwerte und Analysten stützen die Erholung
Auch in den USA drehen die Kurse ins Plus. Micron erholt sich, die Wall Street bleibt nach dem Ausverkauf optimistisch. Bei Intel kommt eine fundamentale Neubewertung hinzu: HSBC-Analyst Frank Lee verdoppelte sein Kursziel von 100 auf 200 Dollar.
Lee begründet dies mit Wachstum im Server-CPU-Geschäft und der Foundry-Sparte. HSBC erwartet, dass Design-Verpflichtungen bei Intel Foundry ab der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen. Bank-of-America-Analyst Vivek Arya bekräftigte derweil sein Buy-Rating für Micron.
Sein Argument: Die globalen Ausgaben für Cloud- und KI-Infrastruktur könnten bis 2027 auf 1,5 Billionen Dollar steigen. Davon entfielen 35 bis 40 Prozent auf Speicherkomponenten. Analysten werten den Rücksetzer der vergangenen Woche damit nicht als Bruch im KI-Zyklus, sondern als temporäre Korrektur.
Ams Osram bleibt einer der volatilsten Werte Europas
Für Ams Osram bedeutet die Sektorstimmung eine spürbare Entlastung nach mehreren schwankungsreichen Handelstagen. Der Kurs liegt mit 2,70 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 20,06 Euro. Das signalisiert eine Rückkehr über eine wichtige technische Marke.
Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von 9,57 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 142,35 Prozent mehr als verdoppelt. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 26,70 Euro aus dem Mai fehlen dennoch noch 22,85 Prozent.
Der RSI von 52,8 zeigt weder eine Überhitzung noch einen überverkauften Zustand an. Trotzdem bleibt die annualisierte Volatilität von 96,93 Prozent hoch. Ams Osram zählt damit weiterhin zu den schwankungsanfälligsten Werten im europäischen Halbleitersektor.
Zwei Termine dürften in den kommenden Tagen über die Richtung entscheiden: die Quartalszahlen von Samsung und das Nasdaq-Debüt von SK Hynix am 10. Juli. Beide Ereignisse könnten die Stimmung im gesamten Chipsektor prägen – und damit direkt auf den Kurs von Ams Osram durchschlagen.
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